Jugendliche hören Radio gegen Langeweile – Podcasts sammeln Geld

    23. November 2018, 11:58
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    Radio wird laut eine RMS-Studie täglich von 75 Prozent der Bevölkerung gehört. Die Podcasts "Ballverliebt" und "Erkläre mir die Welt" suchen Unterstützer

    Wien – Die Videoplattform Youtube wird von 54 Prozent der Österreicher mehrmals pro Woche auch zur Audiorezeption genutzt. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 78 Prozent. Andere Streaminganbieter wie Spotify oder Amazon Music sind mit 17 bzw. 16 Prozent in der Gesamtbevölkerung abgeschlagen. Das sind Teilergebnisse einer Studie, die der Vermarkter von Österreichs Privatradios, RMS, in Auftrag gegeben hat. Befragt wurden 2000 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren.

    Radio kommt der Erhebung zufolge auf eine Wochenreichweite von 94 Prozent, auch bei den Jugendlichen sind es 94 Prozent, jubelt der Vermarkter in seiner Studie: Die Annahme, die Jugend höre kein Radio mehr, könne definitiv widerlegt werden, heißt es.

    Smart Speaker bekannt, aber nicht weit verbreitet

    Bei den Tagesreichweiten kommt Radio auf eine Nutzung von 75 Prozent, Youtube auf 23, Spotify auf acht und Amazon Prime Music auf sieben. Untersucht wurde auch, wie es um Bekanntheit und Verbreitung von Smart Speakern und Voice Assistants steht: 90 Prozent der Österreicher geben an, Alexa, Siri, Cortana & Co zu kennen. 35 Prozent haben bereits Smart Speaker genutzt, in der jungen Zielgruppe (16–29 Jahre) sind es sogar 50 Prozent, aber: "Erst 16 Prozent der Bevölkerung besitzt Alexa, Cortana & Co."

    In der Gesamtbevölkerung wird Unterhaltung mit 42 Prozent als häufigster Grund für die Radionutzung genannt, gefolgt vom Bedürfnis, Neues zu erfahren (40 Prozent) und dem Wunsch, gute Musik zu hören (33 Prozent). Bei den Jugendlichen rangiert Langeweile mit 44 Prozent an erster Stelle.

    Podcasts hoffen auf Unterstützer

    Kein Thema der Studie waren Podcasts, die auch in Österreich auf dem Vormarsch sind. Der STANDARD hat mit "Serienreif" ein Format etabliert, bei dem es in erster Linie um TV-Serien. Andere Podcasts wie "Erklär mir die Welt" von STANDARD-Redakteur Andreas Sator oder der Fußball-Podcast "Ballverliebt" von Tom Schaffer und Philipp Eitzinger arbeiten gerade daran, die Finanzierung zu stemmen.

    "Ballverliebt" existiert bereits seit über zehn Jahren. Derzeit kann der Podcast auf rund 80 Unterstützer zählen, die in Summe monatlich über 300 Euro beisteuern. Das Ziel, um das Projekt weiter betreiben zu können, definieren die Macher mit 500 Euro. "Erklär mir die Welt" hält derzeit bei 66 Mitgliedern, die monatlich über 400 Euro zur Finanzierung beitragen. (red, 23.11.2018)

    Die neueste Folge des Podcasts DER STANDARD Serienreif über "House of Cards" zum Anhören:

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      foto: robert newald
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