Angst vor Schlammlawinen nach Waldbränden in den USA

22. November 2018, 15:25
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Die Zahl der Todesopfer in Kalifornien ist auf 83 gestiegen, 13.500 Wohnhäuser wurden zerstört

Sacramento – Starke Regenfälle helfen zwar, die Waldbrände im Norden Kaliforniens einzudämmen, doch bergen sie auch Gefahren in sich. Sie könnten Schlammlawinen auslösen, die die Rettungs- und Bergearbeiten behindern würden. Laut Wetterbericht werden in den kommenden Tagen bis zu 15 Zentimeter Niederschlag erwartet. Es handelt sich um die ersten starken Regenfälle in den vergangenen sechs Monaten. In einigen Regionen wurde vor Sturzfluten gewarnt.

Die Gefahr durch Schlamm und Sturzfluten ist vor allem deshalb gegeben, da nach den Bränden keine Vegetation mehr übrig ist, die das Erdreich zusammenhalten könnte. Auch für jene Menschen, die ihre Häuser verloren haben und nun in Zelten im Freien übernachten, ist der Regen ein Problem.

62.000 Hektar zerstört

Von den Niederschlägen betroffen ist vor allem das Gebiet um die Stadt Paradise rund 290 Kilometer nordöstlich von San Francisco. Dort wütete das sogenannte "Camp"-Feuer, das insgesamt mehr als 13.500 Hauser zerstörte. Der Brand erstreckte sich über eine Fläche von 62.000 Hektar. Die Ursache für das Feuer wird noch untersucht.

Das schlimmste Feuer im US-Westküstenstaat seit Beginn der Aufzeichnungen hat mehr als 13.000 Wohnhäuser zerstört, mehrere hundert Menschen gelten als vermisst. Am Mittwoch besuchte der frühere Gouverneur Arnold Schwarzenegger die Gegend im Butte County und traf sich mit Leidtragenden.

Schwarzenegger teilte Frühstück aus

Er habe die Verwüstung in Paradise gesehen und sich mit Menschen getroffen, die alles verloren hätten, schrieb der gebürtige Steirer auf Twitter. "Aber ich habe auch den Geist von Amerika gesehen", so der Hollywood-Star mit Blick auf den Einsatz von Feuerwehrleuten und freiwilligen Helfern. Er dankte den Teams, die sich um die Betroffenen kümmern. "Das sind wahre Actionhelden."

Schwarzenegger packte selbst mit an und teilte Frühstück aus. Er rief auch zu Spenden auf. Dem Sender KCRA zufolge spendete er 100.000 Dollar für die Feuerwehr.

foto: reuters/elijah nouvelage
Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien werden langsam unter Kontrolle gebracht.

Auch zahlreiche Häuser von Prominenten vernichtet

Auch der Rapper Kanye West und seine Ehefrau Kim Kardashian spendeten, um den Feueropfern in Kalifornien zu helfen. Kardashian trat am Mittwoch in der US-Sendung "The Ellen DeGeneres Show" auf und übergab drei von ihrem Mann unterzeichnete Spendenschecks in Höhe von 500.000 Dollar.

Das prominente Paar hatte sein Anwesen in Hidden Hills selbst erfolgreich mithilfe einer privaten Feuerwehr vor dem "Woolsey"-Brand schützen können. "Wir hatten Glück, wir waren wirklich gesegnet, die Hilfe der Feuerwehrleute zu haben, die wir da hatten", sagte Kardashian der Moderatorin Ellen DeGeneres. Ihr sei klar, dass "dieser Luxus nicht jedem zur Verfügung" stehe.

Hunderte andere Häuser, darunter viele Villen von Hollywood-Stars, waren rund um Malibu abgebrannt. Auch Sängerin Miley Cyrus und ihr Freund, Schauspieler Liam Hemsworth, spendeten nach CNN-Angaben eine halbe Million Dollar an Betroffene der Brände. Sie selbst hatten ihr Anwesen ebenfalls in den Flammen verloren. (APA, 22.11.2018)

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