Was man über Diabetes wissen muss

    22. November 2018, 11:00
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    Die Buchneuerscheinung "Diagnose Diabetes" soll die Angst vor der Zuckerkrankheit nehmen

    Gut 1.800 Jahre sei der Diabetes alt, schreiben Peter P. Hopfinger und Elisabeth Schneyder in ihrem Buch "Diagnose Diabetes" (Kneipp-Verlag), 1.715 Jahre davon habe die Krankheit den Menschen beherrscht. In der zeitlichen Gewichtung liegt die positive Entwicklung. Heute ist eigentlich alles besser, und es ist in der westlichen Welt kaum mehr vorstellbar, an Diabetes sterben zu müssen. Die medizinische Unterstützung für Zuckerkranke lässt in Entwicklungsländern zu wünschen übrig, aber grundsätzlich gilt: Der Diabetes ist dank hochwirksamer Medikamente und künstlicher Insuline, die an die Bedürfnisse der Patienten angepasst wurden, ein im Zaum zu haltender Begleiter geworden. Kein Sympathieträger, aber einer den man aushalten kann.

    Natürlich muss man dazu auch einige Parameter beachten: Lebensstil, Ernährung, Sport. Leser und Leserinnen werden es schon des Öfteren hier gelesen haben. Man muss auf den Body-Mass-Index genauso achten wie auf die berühmte Work-Life-Balance. Aber ist das in einem vollkommen gesunden Leben so viel anders?

    Aktivität ist gefragt

    Diabetes ist jedenfalls eine Krankheit, die durch Aktivität handelbar, durch Passivität aber zur Last wird. Das darf hier als klare Botschaft von Hopfinger und Schneyder zusammengefasst werden. Auftreten kann der Diabetes ja in verschiedenen Formen: als Typ 1, wenn die Bauchspeicheldrüse aufgrund einer Autoimmunerkrankung kein Insulin mehr produziert, oder als Typ 2, das sind 95 Prozent der Krankheitsfälle, wenn genug körpereigenes Insulin produziert wird, es aber nicht aufgenommen werden kann. Im Buch ist auch vom Typ 3 die Rede: Darunter fallen unter anderem erst spät auftretende Typ-1-Erkrankungen, die normalerweise im Kindes- und Jugendalter diagnostiziert werden müssen. Dazu gibt es noch den Schwangerschaftsdiabetes. Der Titel im Buch sagt schon einiges aus: Keine Panik, es sind nur andere Umstände.

    Von all diesen relevanten Dingen schreiben Hopfinger und Schneyder in einem aufklärerischen, niemals belehrenden Ton. Hopfinger ist selbst Diabetiker, seit vielen Jahren Journalist sowie Gründer und Chefredakteur der Plattform Diabetes Austria. Als Experte schreibt er auch immer wieder für den STANDARD. Schneyder ist freie Gesundheitsjournalistin. Man merkt der Lektüre an, dass sich beide schon lange mit den Themen des Diabetes beschäftigen, ob es nun Porträts über Diabetologen sind oder Texte über die rasanten Entwicklungen am Markt der Messsysteme: Da ist Fachwissen dahinter, und das kann doch nur beruhigend sein. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, der bekanntlich den Umgang mit vielen Krankheiten leichter macht. Dazu gibt es Handreichungen im Kurzformat, die das Buch zum Nachschlagewerk für Betroffene und deren Angehörige machen. (red, 22.11.2018)


    Zum Weiterlesen:
    Texte über Diabetes

    • Finger stechen, Blutzucker messen: Alltagsbild aus dem Leben vieler Diabetiker.
      foto: getty images/istockphoto

      Finger stechen, Blutzucker messen: Alltagsbild aus dem Leben vieler Diabetiker.

    • Peter P. Hopfinger, Elisabeth SchneyderDiagnose DiabetesDas große Handbuch für das Leben mit der ZuckerkrankheitKneipp-Verlag, Wien 2018
      foto: kneipp verlag

      Peter P. Hopfinger, Elisabeth Schneyder
      Diagnose Diabetes
      Das große Handbuch für das Leben mit der Zuckerkrankheit
      Kneipp-Verlag, Wien 2018

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