1.000 Kilometer von Wien: Mehr Ferngespräche mit Wildfremden

    Ansichtssache23. November 2018, 06:00
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    Reiseredakteur Sascha Aumüller rief Wildfremde in Orten an, die exakt 1.000 Kilometer Luftlinie von Wien entfernt liegen und fragte, was man bei ihnen so machen kann.

    Zufallsbekanntschaften gehören zu den schönsten Erfahrungen auf Reisen. Für die 1.000. Ausgabe des RONDO ist Reiseredakteur Sascha Aumüller in der Redaktionsstube geblieben und hat sich eine Europa-Karte besorgt. Er suchte zehn Orte, die exakt 1.000 Kilometer Luftlinie von Wien entfernt liegen. Dort rief er Wildfremde an und ließ sich erzählen, was es bei ihnen zu erleben gibt. Das hier ist Teil 2.

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    foto: istock

    Minsk in Weissrussland

    Beim Anruf in Minsk habe ich geschummelt. Das Weißrussisch von Kollege Ingo Petz ist nämlich deutlich besser als mein eigenes. Als er den Bibliothekar Anton Martysewitsch am Telefon erreicht, sprechen die beiden nicht nur dieselbe Sprache, sondern sie teilen auch dieselbe Leidenschaft: Fußball. Martysewitsch erzählt ihm: "Die meisten Vereine bei uns haben eine negative Haltung gegenüber ihren Fans. Bei uns ist ja vieles durch autoritäre Strukturen bestimmt. Das schlägt sich wohl auch auf die Fanszenen wieder, die ihrerseits von einer gewissen Aggressivität geprägt sind. Ich wollte einen Ort, an dem ich mich wohlfühle. Deswegen bin ich beim FC Krumkatschy gelandet. Das ist Belarussisch und bedeutet: die Raben. Als ich 2014 das erste Mal bei einem Spiel war, hätte ich nie geglaubt, dass dieser Verein mal in der höchsten Spielklasse spielen würde. Wir haben Lieder für viele unserer Spieler. Auch wenn wir verlieren, gibt es Applaus für unsere Mannschaft, die sich selbst immer darüber wundert." Also auf nach Minsk zum Fußballschauen!

    FC Krumkatschy: www.krumka.by

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