1.000 Kilometer von Wien: Mehr Ferngespräche mit Wildfremden

    Ansichtssache23. November 2018, 06:00
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    Reiseredakteur Sascha Aumüller rief Wildfremde in Orten an, die exakt 1.000 Kilometer Luftlinie von Wien entfernt liegen und fragte, was man bei ihnen so machen kann.

    Zufallsbekanntschaften gehören zu den schönsten Erfahrungen auf Reisen. Für die 1.000. Ausgabe des RONDO ist Reiseredakteur Sascha Aumüller in der Redaktionsstube geblieben und hat sich eine Europa-Karte besorgt. Er suchte zehn Orte, die exakt 1.000 Kilometer Luftlinie von Wien entfernt liegen. Dort rief er Wildfremde an und ließ sich erzählen, was es bei ihnen zu erleben gibt. Das hier ist Teil 2.

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    foto: istock

    Panevezys in Litauen

    Reist man von Högsby gut 500 Kilometer Luftlinie südöstlich nach Litauen, verändert sich die Optik erschreckend wenig: Es dominieren Seen in der bewaldeten Landschaft, wenngleich es sich um kleinere, runde Wasserlöcher handelt, die an einen Meteoriteneinschlag denken lassen. In diesen zerlöcherten Wäldern soll um Panevezys der Wisent wieder heimisch sein. Da in Polen schon seit vielen Jahren Europäische Bisons in freier Natur leben, importierte Litauen einige der bis zu 600 Kilogramm schweren Exemplare und gründete 1969 eine Zuchtstation. 1973 wurden die ersten fünf ausgewildert, heute leben rund 30 Wisente in der Natur Litauens. Eugenijus Druzas heißt der Mann, der die Tiere in der Zuchtstation bei Panevezys betreut und bestens mit ihnen vertraut ist. Also rufe ich ihn an und begehe eine Dummheit: Nachdem wir mit einem halben Dutzend Fremdsprachen nicht weiterkommen, frage ich selbstbewusst auf Russisch: "Sprechen Sie Russisch?" Das tut der Mann – ganz im Gegensatz zu mir. Und er weiß vermutlich alles über Wisente.

    Litauen-Tourismus: www.tourism.lt

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