Roter Knopf gedrückt: Wien beginnt Testlauf für 5G

    20. November 2018, 12:00
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    Versuch am Rathausplatz mit kleinen Zellen soll Erkenntnisse bringen und zeigen, dass man vor 5G "keine Angst haben muss"

    Der neue Mobilfunkstandard 5G steht vor der Tür. Nächstes Jahr stehen die Frequenzauktionen an und die heimischen Provider wollen durchstarten. Schon jetzt aber will man aber Erfahrungen sammeln und die Vorteile der Technologie zeigen. Dazu haben die Stadt Wien und die Netzbetreiber einen Testlauf am Rathausplatz gestartet.

    Bei einem Termin mit Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ), Simone Keglovics (Senior Head of Wholesale & Regulatory, "3") und den Telekom-Chefs Marcus Grausam (A1), Jan Trionow ("3") sowie Andreas Bierwirth (T-Mobile) wurde per symbolischem Druck auf den roten Knopf ein "Pre-5G"-Netz in Betrieb genommen.

    foto: standard/pichler
    Spektakulär: Der Knopf wurde gedrückt.

    Testlauf für Small Cells

    Statt auf übliche Funkzellen mit relativ hoher Reichweite setzt es auf "Small Cells", die wesentlich kleinere Areale versorgen. Jeder Anbieter hat dabei einen Mini-Masten in Betrieb genommen. Insgesamt stehen am Rathausplatz nun rund drei Mal 160 Mbit an LTE-Bandbreite zur Verfügung, wo zuvor nur eine Versorgung mit 120 Mbit über eine Zelle gegeben war, die noch dazu ein größeres Gebiet abdeckte.

    Gigabit-Bandbreiten, wie sie 5G ermöglichen soll, gibt es derzeit noch nicht. Dafür fehlen noch kompatibles Equipment und auch die Frequenzen, deren Versteigerung im Februar starten soll. Dennoch soll bei hohem Nutzeraufkommen, wie es zur Weihnachtszeit am Rathausplatz zu erwarten ist, die mobile Internetverbindung spürbar schneller und zuverlässiger sein, als zuvor.

    foto: standard/pichler
    Statt auf eigenen Masten mit auffälligen Antennen lassen sich die Small Cells etwas auch an Laternen befestigen.

    Mehr Glasfaser nötig

    Zeigen will man mit den Small Cells auch, dass 5G eben nicht bedeutet, das überall dicke Masten aufgestellt werden. Gerade im städtischen Bereich sei das nicht praktikabel, so ein Techniker von A1. Außerhalb der Ballungszentren werde man freilich auch auf größere Antennen zurückgreifen müssen. Hier sei auch die notwendige Anbindung mit Glasfaser einer Herausforderung, weil diese vielerorts noch nicht besteht.

    foto: standard/pichler

    Eine konkrete Dauer für die 5G-Probe in Wien wurde noch nicht festgelegt, anvisiert ist das dritte Quartal 2019. Vor allem über die Weihnachtsfeiertage will man hier Erfahrungen sammeln. Bis in Wien ein "echtes" 5G-Netz in Betrieb geht, werden also noch einige Monate ins Land ziehen. (gpi, 20.11.2018)

    Update, 12:45 Uhr: Angaben zur Laufzeit des Versuches konkretisiert.

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