Strache-Sprecher mit "Telefonallergie" sprach nicht in Semriach

19. November 2018, 17:05
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Konrad Weiß sei bei der rechten "Herbstakademie" "verhindert" gewesen und hatte laut Kollegen "vielleicht" gesundheitliche Gründe dafür, nicht zurückzurufen

Die sogenannte Herbstakademie, ein dreitägiges Treffen von Rechtsextremen vor allem aus Deutschland und Österreich, die sich selbst als Neu-Rechte bezeichnen, fand vergangenes Wochenende ohne den Pressesprecher von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) statt. Wie DER STANDARD berichtete, war Konrad M. Weiß als Redner auf dem Event im steirischen Semriach angekündigt.

Volksverhetzung

Dieses wurde vom Institut für Staatspolitik des rechtsextremen Verlegers Götz Kubitschek aus Sachsen-Anhalt organisiert. Bei ihm schreiben Leute wie Identitären-Chef Martin Sellner oder der wegen Volksverhetzung verurteilte Akif Pirinçci. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom Grazer FPÖ-Gemeinderat Heinrich Sickl, der als Obmann des Freiheitlichen Akademikerverbandes Steiermark (FAV) auch Eigentümervertreter der mittlerweile eingestellten Aula war. Doch Weiß soll seine Teilnahme an der Veranstaltung abgesagt haben.

Weiß, der auch für Kubitscheks Zeitschrift Sezession publiziert, war wie schon die Wochen zuvor nicht für den STANDARD erreichbar. Martin Glier, ebenfalls Pressesprecher von Strache, bestätigte aber, dass Weiß nicht teilgenommen habe. Über Gründe hierfür wollte sich Glier nicht äußern: "Er war verhindert", hieß es knapp.

Warum Weiß nicht selbst auf Anrufe und E-Mails des STANDARD antworte, um zu Publikationen oder der Herbstakademie Stellung zu nehmen, kommentierte Glier mit: "Vielleicht hat er eine Telefonallergie, ich weiß es nicht."

foto: privat

Vorderseite und ...

Proteste gab es in Semriach von der im September gegründeten steirischen Landesorganisation der Jungen Linken.

foto: privat
.... Rückseite des Flugblattes, dass Semriacher Haushalte anonym zugestellt bekamen.

Außerdem erhielten Haushalte in der Gemeinde eine anonyme Postwurfsendung, in der vor der Veranstaltung gewarnt wurde und die Telefonnummer des Gemeindeamtes für Beschwerden angeführt war. (Colette M. Schmidt, 19.11.2018)

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