Lexus LC 500h: Das Luxus-Hybrid-Coupé

    22. November 2018, 07:57
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    Lexus baut mit dem LC 500h ein Sportcoupé mit viel Luxus, gnadenlosem Design und 359-PS-Hybrid-Antrieb. Und wenn man gerade beim Übertreiben ist, macht man beim Cockpit einfach weiter

    Die Bilder bei der Erstbegegnung ähneln sich. Die Hände in die Hüfte gestemmt, zwei Schritte vor, einen zurück, drei zur Seite und wieder vor ...

    Der Lexus LC 500h bringt fast jedem aus dem Stand den Riverdance bei. Grund dafür ist das ganz eigene Design des Luxus-Grand-Tourers der Toyota-Tochter.

    foto: wolf-dieter grabner
    Ein großer Kühler sorgt für einen kühlen Kopf des V6. Und weil dieser LC ein Hybrid ist, führen wir im Kofferraum statt eines Reserve-Rads einen Akku mit.

    Während sich die Designer in Europa zumindest eine Hand auf den Rücken binden, um die Autos ja schlicht zu halten und keine klare Form mit einer unnötigen Linie zu verkomplizieren, hat man den Eindruck, dass sich die Kollegen in Japan einen Bleistift auf die Samuraischwerter kleben und dann, getrennt durch eine dieser berühmten Papierwände, aufeinandergehetzt werden. So scharf sind die Striche dieses Wagens, aber auch so viele sind es.

    foto: wolf-dieter grabner
    Der Innenraum ist besonders fein, wenn auch überladen.

    Das Konzept der Gnadenlosigkeit zieht Lexus auch im Innenraum durch. Wo man hinschaut ist ein Knopf. Für die Fahrdynamikregelung gibt es sogar zwei Pflöcke neben dem Tacho, über den Lenkstockhebeln. Da ist eine Leiste links neben dem Lenkrad, das selbst übervoll mit Drückern ist. Rechts davon eine weitere Leiste. Will man aber die Klimaanlage ausschalten, flucht man sich durch das Menü im Screen, der über einem umständlich zu bedienenden Touchpad vor der Mittelarmlehne liegt.

    foto: wolf-dieter grabner
    Zusätzlich zu den Lenkstöcken gibt es auch noch neben dem Tacho zwei Astln.

    Abseits von der Verspieltheit, für welche die Japaner ja ohnedies bekannt sind und geliebt werden, ist der Innenraum aber herrlich luxuriös. Alcantara trifft auf großzügige Weite. Zumindest wenn es um den Blick nach vorn geht. Die Sitze hingegen sind angenehm straff, die hinteren sind sogar eine Straf'. Aber gut, in einem anderen Sportcoupé will man auch nicht lieber hinten sitzen.

    foto: wolf-dieter grabner
    Hinten ist nicht übermäßig viel Platz. Und ja, das ist die gemütlichste Position.

    Was das Fahren angeht, spielt der LC 500h gleich zweimal seine Stärke aus. Auf der Langstrecke besticht er mit dem komfortablen Fahrwerk, dem starken Antrieb – eine Kombination aus V6-Saugbenziner und E-Unterstützung – und dem stattlichen Radstand. Die Stadt ist das Metier des Hybrid-Antriebs, wo er erstaunlich niedrige Verbräuche generiert.

    foto: wolf-dieter grabner
    Ganz hinten ist auch nicht viel mehr Platz.

    Im Schnitt, mit vielen Autobahnkilometern, also abseits des Sparpotenzials des Hybridantriebs, kamen wir auf 8,5 Liter. In der Stadt schafft man mit etwas Weitblick sicher weniger.

    foto: wolf-dieter grabner
    Fotograf Wolf-Dieter Grabner setzt den LC richtig gut in Szene.

    Doch ein Sportcoupé ist ja nicht nur zum Sparen da, sondern auch zum Fahren. Zum sportlichen Fahren. Da geht es dann nicht um den adaptiven Tempomaten, der gut funktioniert, oder andere Assistenzsysteme, sondern um eine direkte Lenkung und ein straffes Fahrwerk, knackige Bremsen.

    foto: wolf-dieter grabner
    Die Richtung stimmt.

    Alle Anforderungen schafft der LC 500h mit Leichtigkeit. Öfter einmal muss das Stabilitätsprogramm bei engen Kurven oder hartem Beschleunigen eingreifen und den Hinterradantrieb zügeln.

    foto: wolf-dieter grabner
    Die Bedienung der Infotainment-Einheit ist auf dem Tatschbett etwas mühsam.

    Nicht zu zügeln war auch der Meister hinter der Kamera, Sir Wolf-Dieter Grabner, beim Anblick des Lexus. Er stand fast still. Kein Riverdance. Nur langsame Bewegungen. Und sprach: "Es gibt Autos, die sind in echt schöner als auf jedem Foto. Den aber könnte jeder mit dem Handy fotografieren und nichts falsch machen." (Guido Gluschitsch, 22.11.2018)

    foto: wolf-dieter grabner

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