Keine UVP: Beschwerde gegen Heumarkt-Projekt vor Gericht eingelegt

    19. November 2018, 13:15
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    Eine Organisation erhebt Beschwerde gegen den Bescheid der Wiener Landesregierung

    Wien – Vor einem Monat hat die rot-grüne Wiener Landesregierung per Bescheid festgestellt, dass für die ebenso umfangreichen wie umstrittenen Bauvorhaben im Bereich Heumarkt keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig ist. Das betrifft unter anderem den Abriss und Neubau des Hotels Intercontinental, den Bau eines 66 Meter hohen Wohnturms und die Sanierung und Neugestaltung der Flächen, die vom Wiener Eislaufverein gepachtet sind.

    Dem Antrag der Wertinvest wurde demnach von der Wiener Landesregierung stattgegeben. Gegen diesen Feststellungsbescheid hat die Umweltorganisation Alliance for Nature aber eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt. Sie beruft sich darauf, dass das Projekt im Unesco-Welterbegebiet "Historisches Zentrum von Wien" realisiert werden soll. "Demnach müsste das Hochhausprojekt am Heumarkt auch unter dem Aspekt eines 'besonderen Schutzgebiets' geprüft werden", sagt Christian Schuhböck, Generalsekretär der Organisation und Sachverständiger für Welterbeangelegenheiten.

    Streit um Einstufung des schutzwürdigen Gebiets

    Die Alliance for Nature will demnach, dass das Bauvorhaben als Teil eines schutzwürdigen Gebiets der Kategorie A geprüft wird. Die Landesregierung hat aber in ihrem Bescheid festgehalten, dass die Gebäude "in einem Gebiet der Kategorie D" verwirklicht werden – also in einem "belasteten" Gebiet hinsichtlich Stickstoffdioxid oder Feinstaub (PM10).

    Ob die Beschwerdegründe der Alliance for Nature zutreffend sind, muss jetzt das Bundesverwaltungsgericht klären.

    Vergrößerung der Tiefgarage

    Aus dem Bescheid der Landesregierung geht auch hervor, dass die Lothringerstraße um rund 11,5 Meter versetzt wird. Der auf dem geplanten Sockelgebäude aufgesetzte Wohnturm soll 17 Stockwerke umfassen. Die bestehende Tiefgarage des Hotels Intercontinental soll deutlich ausgebaut werden: Derzeit sind 177 Stellplätze genehmigt, künftig sollen es 335 sein. 112 Parkplätze sind frei zugänglich, die restlichen sind dem Hotel, Büronutzern und Bewohnern vorbehalten. Die Tiefgarage wird zur Gänze im dritten Untergeschoß errichtet und soll sich "über den Großteil der gesamten Grundstücksfläche erstrecken". (David Krutzler, 19.11.2018)

    • So soll die Oberfläche des Areals am Heumarkt einmal aussehen. Der Baubeginn musste zuletzt verschoben werden und ist erst für 2021 geplant.
      rendering: isay weinfeld & sebastian murr

      So soll die Oberfläche des Areals am Heumarkt einmal aussehen. Der Baubeginn musste zuletzt verschoben werden und ist erst für 2021 geplant.

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