Foda über Platz zwei: "Nicht alles schlechtreden"

    16. November 2018, 10:16
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    ÖFB-Teamchef ärgerte sich nach 0:0 gegen Bosnien über erste Hälfte, war aber mit zweiter zufrieden

    Wien – Die Chance auf den angestrebten Gruppensieg in der Fußball-Nations-League ist für Österreichs Fußball-Nationalmannschaft schon vor dem letzten Spiel am Sonntag in Nordirland dahin. Durch das 0:0 im Wiener Happel-Stadion gegen Bosnien-Herzegowina ist die ÖFB-Auswahl seit Donnerstag fix Zweiter, was Teamchef Franco Foda nicht freute, aber beim Deutschen auch keine allzu tiefe Enttäuschung auslöste.

    "Deswegen darf man nicht alles schlechtreden. Unsere Leistung in der zweiten Hälfte war sehr gut", erklärte Foda. Vor dem Seitenwechsel jedoch lieferte seine Mannschaft eine ernüchternde Darbietung ab. "Das war absolut zu wenig von uns. Wir waren nicht so ballsicher, haben oft den letzten Pass schlecht gespielt und waren in den Zweikämpfen nicht so präsent."

    Variante Kainz gescheitert

    Seine Variante mit Florian Kainz als Freigeist im Zentrum, die wohl nur durch den kurzfristigen Ausfall von Guido Burgstaller entstanden war, ging nicht auf. Erst als der Legionär von Werder Bremen zur Pause durch Xaver Schlager ersetzt wurde, lief es besser.

    Foda übte allerdings keine Kritik an Kainz, sondern bemängelte das Auftreten der gesamten Mannschaft in den ersten 45 Minuten. "Es hat mich gestört, wie wir in der ersten Hälfte gespielt haben. Da hat die letzte Überzeugung gefehlt, wir hatten zu wenig Tempo und waren in den Zweikämpfen immer zu weit entfernt."

    Diese Mangelerscheinungen seien nicht auf das Spielsystem zurückzuführen. "Es geht um die taktische Ausrichtung, die wir nicht so umgesetzt haben, wie wir es uns vorgenommen haben", betonte der Nationaltrainer.

    Bosniens wenige Gegentreffer

    Immerhin zeigte sich der Coach mit dem zweiten Durchgang zufrieden. "Da waren wir besser im Spiel und hatten gerade am Anfang sehr gute Möglichkeiten", betonte Foda. Ein Führungstreffer für die ÖFB-Truppe hätte nach Meinung des Teamchefs den Sieg bedeutet, "davon bin ich hundertprozentig überzeugt".

    Doch auch eine Niederlage sei möglich gewesen. "In der zweiten Hälfte war es ein offener Schlagabtausch. Wir haben alles riskiert und wollten unbedingt gewinnen, hätten aber aufgrund des Risikos vielleicht auch verlieren können", gab Foda zu.

    In diesem Zusammenhang wies der frühere Meistermacher von Sturm Graz auf die Qualitäten von Edin Dzeko und Co hin. "Die Bosnier haben eine tolle Mannschaft. Sie haben in diesem Jahr nur ein Match verloren und bekommen extrem wenige Gegentreffer", meinte Foda.

    Keine Ausreden

    Im Gegensatz dazu erzielte die ÖFB-Auswahl zuletzt extrem wenige Tore – in den jüngsten vier Länderspielen war es nur eines. Der Nationaltrainer macht sich deshalb aber keine großen Sorgen. "Es gibt solche Phasen im Fußball. Wir hatten schon andere Spiele, in denen wir unsere Situationen eiskalt ausgenützt haben."

    Diese Zeiten scheinen vorerst vorbei zu sein, denn die Bilanz aus den jüngsten sechs Länderspielen steht bei zwei Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen. Trotzdem sieht Foda keine Anzeichen einer Stagnation. "Alle Nations-League-Spiele waren extrem eng, auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten. Wir mussten aufgrund von Ausfällen immer wieder Änderungen vornehmen, aber ich suche nicht nach Ausreden. Wir sind auf einem guten Weg, auch wenn die Ergebnisse nicht für uns sprechen." (APA, red, 16.11.2018)

    • Franco Foda (rechts) verliert das Trainerduell mit Robert Prosinecki (links).
      foto: apa/punz

      Franco Foda (rechts) verliert das Trainerduell mit Robert Prosinecki (links).

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