Urteil gegen US-Reporterin wegen Terrorvorwürfen in Türkei aufgehoben

    14. November 2018, 12:41
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    Ayla Albayrak: "Kein wirkliches Zeichen für größere Pressefreiheit in der Türkei"

    Istanbul – Ein türkisches Gericht hat ein Urteil wegen Terrorpropaganda gegen eine ehemalige Reporterin der US-Zeitung "Wall Street Journal" (WJS) aufgehoben. Ayla Albayrak bestätigte am Mittwoch via Twitter einen dementsprechenden Artikel der Zeitung.

    Die "schwarze Komödie" habe ein Ende, schrieb Albayrak. "Diese Entscheidung ist eine Erleichterung für mich und meine Familie, aber kein wirkliches Zeichen für größere Pressefreiheit in der Türkei." In der Türkei sind nach wie vor zahlreiche Journalisten inhaftiert.

    Albayrak, die die finnische und türkische Staatsbürgerschaft hat, war im Oktober 2017 wegen Terrorpropaganda zu zwei Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Hintergrund des Urteils war ein Artikel aus dem Jahr 2015 über den Konflikt zwischen der türkischen Regierung und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Albayrak war bei der Urteilsverkündung nicht in der Türkei und hatte Einspruch eingelegt.

    Die Entscheidung des Gerichts dürfte weiter zur Entspannung der Beziehungen zwischen der Türkei und den USA beitragen. Erst im Oktober endete das politische Drama um den rund zwei Jahre in der Türkei festgehaltenen US-Pastor Andrew Brunson. Der Pastor wurde zwar wegen Terrorvorwürfen verurteilt, durfte das Land aber verlassen.

    In der Krise um den US-Pastor hatten Ankara und Washington gegenseitig Sanktionen und Strafzölle verhangen. Anfang November strichen die beiden Länder jeweils zwei Minister von den Sanktionslisten. (APA, 14.11.2018)

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