Raiffeisen verdiente 2018 bisher mehr als 1,1 Milliarden Euro

    14. November 2018, 10:36
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    Vor allem profitiert die Raiffeisenbank International davon, dass der Anteil fauler Kredite in Osteuropa zurückging

    Wien – Die börsennotierte Raiffeisenbank International (RBI) hat in den ersten neun Monaten 2018 gut verdient. Das Konzernergebnis legte um 29 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro (910 Mio. Euro) zu. Die RBI profitiert vom Wirtschaftsaufschwung in vielen Ländern Osteuropas und einer Entlastung beim Kreditrisiko. Einerseits werde durch die brummende Konjunktur die Vergabe von Krediten angeschoben, andererseits verliere das Wiener Institut kaum noch Geld mit faulen Krediten. "Bei der Entwicklung der Risikokosten profitieren wir von der sehr guten Konjunktur und von unserer auf Werterhaltung ausgelegten Sanierungsstrategie betreffend notleidende Kredite", sagte Bankchef Johann Strobl am Mittwoch.

    Die RBI, die in insgesamt 13 Ländern tätig ist, zählt neben der italienischen UniCredit und dem österreichischen Rivalen Erste Group zu den größten Kreditgebern in Osteuropa. Der wichtigste Einzelmarkt ist aber Russland, wo die Bank zuletzt trotz neuer US-Sanktionen mehr verdiente. Konzernweit stieg der Gewinn unter dem Strich im dritten Quartal um gut 29 Prozent auf 417 Millionen Euro. Die RBI liegt damit über den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit einem Nettogewinn von 335 Millionen Euro gerechnet hatten.

    Anleger reagierten positiv auf die Geschäftsentwicklung. RBI-Aktien legten an der Wiener Börse um 4,6 Prozent auf 25,89 Euro zu.

    Weniger faule Kredite

    Der Anteil der faulen Kredite in den Büchern schrumpfte infolge des Verkaufs der polnischen Tochter auf 4,4 Prozent nach 5,7 Prozent zu Jahresbeginn. Die RBI hat ihre polnische Tochter Raiffeisen Bank Polska nach mehreren Anläufen im April für 775 Millionen Euro an die französische BNP Paribas veräußert. Das Geschäft wurde im vierten Quartal abgeschlossen, der Verlust daraus in Höhe von 121 Millionen Euro wurde bereits im zweiten Quartal verbucht. Die Risikokosten seien um knapp 70 Prozent auf 28 Millionen Euro gesunken. Für das Gesamtjahr erwartet die RBI weiterhin einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

    Bei den Kernerträgen legte die Bank zu. Der Zinsüberschuss stieg im Sommerquartal um gut fünf Prozent auf 856 Millionen Euro, der Provisionsüberschuss legte auf 455 (429) Millionen Euro zu. Die harte Kernkapitalquote (CET 1, fully loaded) blieb gegenüber dem zweiten Quartal mit 12,8 Prozent stabil. Für das Schlussquartal stellte die RBI nach dem Verkauf der polnischen Tochter einen weiteren Anstieg in Aussicht. Mittelfristig soll die Quote auf 13 Prozent erhöht werden, bekräftigte die RBI den Ausblick. Auch an den anderen Zielen, wie etwa eine Dividendenausschüttung zwischen 20 und 50 Prozent, hält die Bank fest. (Reuters, 14.11.2018)

    • "Bei der Entwicklung der Risikokosten profitieren wir von der sehr guten Konjunktur und von unserer auf Werterhaltung ausgelegten Sanierungsstrategie betreffend notleidende Kredite", sagte Bankchef Johann Strobl.
      foto: apa/herbert neubauer

      "Bei der Entwicklung der Risikokosten profitieren wir von der sehr guten Konjunktur und von unserer auf Werterhaltung ausgelegten Sanierungsstrategie betreffend notleidende Kredite", sagte Bankchef Johann Strobl.

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