Filmreihe "Balkanrouten": Reise entlang der fremden Donau

    Video14. November 2018, 13:00
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    Ein Programm des Filmhaus zu Ländern am Donaustrom: Blicke auf ein nahes und doch unbekanntes Europa

    Dem Lauf der Donau zu folgen, führt unweigerlich zu Bildern, in denen sich die Geschichte der jeweiligen Länder eingeschrieben hat. Balkanrouten, ein heute startendes Programm der Leute um den Filmblog "Jugend ohne Film" im Wiener Filmhaus-Kino, beginnt in Rumänien und arbeitet sich über fünf Monate der Quelle entgegen. Der Fokus liegt auf Positionen, die eng mit kulturellen Räumen verwoben sind – mit dem Ziel, einen "neugierigen, widerständigen und affirmativen Blick auf das Fremde und Nahe in Europa" zu werfen.

    foto: silviu ghetie/filmhaus
    Eine Station der filmischen "Balkonroute" sind Werke des rumänischen Regisseurs Radu Jude: In "O umbra de nor (Shadow of a Cloud)" steht der Arbeitsalltag eines Priesters im Fokus.

    Den Auftakt bildet ein Programm mit Filmen des rumänischen Regisseurs Radu Jude, der sich schon wiederholt mit der historischen Amnesie seines Landes beschäftigt hat, jüngst in I Do Not Care If We Go Down History As Barbarians. Bei Balkanrouten sind nun der Kurzfilm O umbra de nor (Shadow of a Cloud) um den Arbeitsalltag eines Priesters sowie sein Spielfilm Inimi cicatrizate (Vernarbte Herzen) zu sehen. Letzterer verfilmt die Aufzeichnungen des jüdisch-rumänischen Schriftstellers M. Blecher aus einem Sanatorium in ausgefeilten Tableaus.

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    Trailer zu "Inimi cicatrizate" ("Vernarbte Herzen").

    Origineller Paarlauf

    Eine originelle Paarung bestimmt die Station zwei im Dezember. Der stets aufsässige serbische Filmemacher Želimir Žilnik trifft auf Preston Sturges, den Großmeister der klassischen Hollywoodkomödie. Die inhaltliche Brücke bilden Obdachlose. Sechs nimmt er in Crni film in seiner Wohnung auf, während in Sullivan’s Travel ein Filmemacher zwecks Recherche ins Lumpengewand schlüpft.

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    Trailer zu "Drift".

    Auch die weiteren Programme sind handverlesen: Im Februar sind etwa zwei Arbeiten des Salzburger Dokumentaristen Johannes Gierlinger zu entdecken, im Monat darauf werden die beiden deutschen Filmemacherinnen Luise Donschen und Helena Wittmann vorgestellt. Wittmanns Drift beschreibt eine Überfahrt über den Atlantik als kontemplative Wahrnehmungsstudie des Meeres und zieht das Reisemotiv somit schon ein Stück weiter. (Dominik Kamalzadeh, 14.11.2018)

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