Minibar: "Brett Affe" von Brew Age

    Kolumne28. November 2018, 15:57
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    Brettanomyces galt lange Zeit als ein Fehler im Bier. Was für eine fehlerhafte Einschätzung!

    Seinen Namen hat dieser Hefestamm von den Britischen Inseln: Brettanomyces ist der britische Pilz – eine Hefe, die in den meisten Weinen und Bieren ganz üble Fehlgeschmäcker entstehen lässt. Nur in den belgischen Lambic- und Gueuze-Bieren war die im Sumpfland um Brüssel beheimatete Brettanomyces-bruxellensis-Variante willkommen – denn sie hat die Eigenschaft, sehr langsam, aber sehr hoch zu vergären.

    Wo andere Hefen längst aufgegeben haben, bricht sie allenfalls noch vorhandene Zuckermoleküle in Alkohol und CO2 auf – was den Bieren einen sehr trockenen Charakter gibt. Dazu kommt, dass die "Brett"-Hefen einen lederartigen Geschmack mitbringen.

    In den erwähnten belgischen Sauerbieren ist das ein erwünschter Effekt – aber bis vor kurzem galt das in allen anderen Bieren als übler Bierfehler. Nicht so bei Brew Age, der kleinen, aber hochprofessionellen Gypsy-Brewery in Wien: Die jungen Brauer haben ihren ohnehin schon starken Affenkönig (ein 8,2 Prozent starkes Imperial IPA) mit Brett weitervergoren und ein hocharomatisches, 9,9 Prozent starkes Bier erhalten, das sowohl fruchtige als auch lederartige Aromen zeigt. (Conrad Seidl, RONDO, 28.11.2018)

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    "Brett Affe", bei Beerlovers um 8,90 Euro

    • Der "Brett Affe" von Brew Age ist ein hocharomatisches Bier, das sowohl fruchtige als auch lederartige Aromen zeigt.
      foto: hersteller

      Der "Brett Affe" von Brew Age ist ein hocharomatisches Bier, das sowohl fruchtige als auch lederartige Aromen zeigt.

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