Ocon vermasselt Verstappen-Sieg, Hamilton top

    11. November 2018, 19:53
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    Weltmeister gewinnt GP von Brasilien vor dem Red-Bull-Piloten, der sich hernach den Franzosen vorknöpfte – Vettel nur Sechster – Mercedes auch Team-Champion

    Sao Paulo – Der deutsche Mercedes-Rennstall hat sich nach der Fahrer-Weltmeisterschaft durch Lewis Hamilton auch den Konstrukteurstitel in der Formel 1 geholt. Hamilton feierte am Sonntag in Sao Paulo begünstigt von einem Dreher von Max Verstappen, der in Führung liegend durch Esteban Ocon von der Strecke bugsiert wurde, seinen zehnten Saisonerfolg. Es war der insgesamt 72. Grand-Prix-Erfolg für den Briten.

    foto: imago/motorsport images/andy hone
    Die Entscheidung: Hamilton zieht an dem sich drehenden Verstappen vorbei.

    Der fuchsteufelswilde Red-Bull-Pilot Verstappen wurde rund eineinhalb Sekunden hinter Hamilton Zweiter. Dessen Teamkollege Valtteri Bottas belegte hinter Kimi Räikkönen (Ferrari) und Daniel Ricciardo (Red Bull) Rang fünf. Vizeweltmeister Sebastian Vettel kam im zweiten Ferrari nicht über Platz sechs hinaus. Dadurch fixierte Mercedes unter der Führung des Österreichers Toto Wolff im vorletzten Saisonrennen vor Ferrari seinen bereits fünften Konstrukteurstitel in Serie.

    Während Pole-Setter Hamilton beim Start gut wegkam, musste Vettel gleich Bottas, wenig später den von Startplatz fünf heranstürmenden Verstappen und seinen Teamkollegen Raikkönen vorbeilassen. In der zehnten Runde schnappte sich Verstappen dann auch Bottas und setzte sich auf Platz zwei. Der finnischer Mercedes-Pilot hatte daraufhin größte Mühe, seine Verfolger Raikkönen, Vettel und Ricciardo hinter sich zu halten. Vorne blieb indes Hamiltons kleiner Vorsprung auf Verstappen konstant.

    Verhängnisvolles Manöver

    Nach der Boxenstopp-Phase änderte sich an der Spitze mit knappen Abständen nichts an der Reihung. In der 40. Runde überholte Verstappen den mit leichten Reifenproblemen kämpfenden Hamilton dann aber doch. Vier Umläufe später sorgte Ocon (Force India) für die rennentscheidende Szene und drängte Verstappen bei einem Zurücküberrundungsmanöver von der Strecke. Der Niederländer schimpfte nach seinem Dreher am Funk heftig über Ocon ("Idiot"), der später eine Zehn-Sekunden-Strafe erhielt und 15. wurde. Hinter dem Spitzenduo lieferten sich Bottas, Raikkönen, Vettel und Ricciardo heiße Duelle mit einigen Positionswechseln.

    Im Kampf um den Sieg holte Verstappen in weiterer Folge zwar wieder deutlich auf Hamilton auf, in die Position eines möglichen Überholmanövers kam der zuletzt in Mexiko siegreiche Jungstar aber nicht mehr. Damit gelang es Hamilton erstmals, am Saisonende nach einem fixierten WM-Titel auch noch ein Rennen zu gewinnen. "Die Jungs arbeiten so hart die letzten Jahre. Ich bin so stolz. Es ist eine Ehre, für dieses Team zu fahren. Auch wenn wir Fehler gemacht, haben, sind wir immer zurückgekommen", jubelte Hamilton.

    foto: reuters/ricardo moraes
    Für Hamilton galt es nach dem Rennen, das Auto zu liebkosen.

    Verstappen, der Ocon nach dem Zieleinlauf handgreiflich zur Rede stellte, hatte indes allen Grund verärgert zu sein. "Man macht alles richtig, rollt das Feld von hinten auf. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Von so einem Idioten rausgenommen zu werden, da fehlen mir die Worte", schimpfte der Niederländer, der für seine Schubser gegen den Franzosen wohl auch noch eine Strafe erhalten dürfte.

    Auch Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko war erzürnt. "Das ist unglaublich, und dann nur noch eine Zehn-Sekunden-Strafe. So was habe ich noch nie gesehen. Ich verstehe es nicht. Völlig idiotisch. Das so ein fantastischer Drive mit so einer Idiotie bestraft wird, ist unglaublich", ärgerte sich der Steirer.

    Strafe

    Verstappen und Ocon sind später von den Rennkommissaren vorgeladen worden. Verstappen wurde dazu verurteilt, in den nächsten sechs Monaten zwei Tage öffentlichkeitswirksame Arbeit unter Aufsicht des Weltverbandes (FIA) zu verrichten. Beispielsweise könnte er sich als Renninstruktor für den Nachwuchs zur Verfügung stellen.

    foto: apa/afp/evaristo sa
    Hamilton beim Baden in der Menge.

    Der letzte WM-Lauf der Saison findet am 25. November in Abu Dhabi statt. (APA, 11.11.2018)

    Grand-Prix von Brasilien am Sonntag in Sao Paulo
    (71 Runden zu je 4,309 Kilometer (Gesamtdistanz 305,909 km)

    1. Lewis Hamilton (GBR) Mercedes 01:27:09,066 Durchschnittsgeschw.: 210,972 km/h

    2. Max Verstappen (NED) Red Bull +01,469

    3. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari +04,764

    4. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull +05,193

    5. Valtteri Bottas (FIN) Mercedes +22,943

    6. Sebastian Vettel (GER) Ferrari +26,997

    7. Charles Leclerc (MON) Sauber +44,199

    8. Romain Grosjean (FRA) Haas +51,230

    9. Kevin Magnussen (DEN) Haas +52,857

    10. Sergio Perez (MEX) Racing Point Force India +1 Runde

    11. Brendon Hartley (NZL) Toro Rosso +1 Runde

    12. Carlos Sainz jr. (ESP) Renault +1 Runde

    13. Pierre Gasly (FRA) Toro Rosso +1 Runde

    14. Stoffel Vandoorne (BEL) McLaren +1 Runde

    15. Esteban Ocon (FRA) Racing Point Force India +1 Runde

    16. Fernando Alonso (ESP) McLaren +2 Runden

    17. Sergej Sirotkin (RUS) Williams +2 Runden

    18. Lance Stroll (CAN) Williams +2 Runden

    Ausgeschieden: Marcus Ericsson (SWE) Sauber, Nico Hülkenberg (GER) Renault

    Schnellste Runde: Valtteri Bottas (FIN) Mercedes – 65. Runde Zeit : 01:10,540 Min., Durchschnitt: 219,910 km/h

    WM-Stand (nach 20 von 21 Rennen)

    1. Lewis Hamilton (GBR) * Mercedes 383

    2. Sebastian Vettel (GER) Ferrari 302

    3. Kimi Räikkönen (FIN) Ferrari 251

    4. Valtteri Bottas (FIN) Mercedes 237

    5. Max Verstappen (NED) Red Bull 234

    6. Daniel Ricciardo (AUS) Red Bull 158

    7. Nico Hülkenberg (GER) Renault 69

    8. Sergio Perez (MEX) Racing Point Force India 58

    9. Kevin Magnussen (DEN) Haas 55 10. Fernando Alonso (ESP) McLaren 50 11. Esteban Ocon (FRA) Racing Point Force India 49 12. Carlos Sainz jr. (ESP) Renault 45 13. Romain Grosjean (FRA) Haas 35 14. Charles Leclerc (MON) Sauber 33 15. Pierre Gasly (FRA) Toro Rosso 29 16. Stoffel Vandoorne (BEL) McLaren 12 17. Marcus Ericsson (SWE) Sauber 9 18. Lance Stroll (CAN) Williams 6 19. Brendon Hartley (NZL) Toro Rosso 4 20. Sergej Sirotkin (RUS) Williams 1

    Konstrukteurs-WM (nach 20 von 21 Rennen)

    1. Mercedes * 620

    2. Ferrari 553

    3. Red Bull 392

    4. Renault 114

    5. Haas 90

    6. McLaren 62

    7. Racing Point Force India 48

    8. Sauber 42

    9. Toro Rosso 33 10. Williams 7

    * = vorzeitig Weltmeister

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