Rapid mit 0:0 gegen Villarreal "rehabilitiert"

    9. November 2018, 11:12
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    "Herzstich" blieb Kühbauer und seinem Team erspart – Kapitän Schwab hofft auf Endspiel um Aufstieg am 13. Dezember in Wien gegen die Glasgow Rangers

    Wien – Rapid hat mit dem 0:0 gegen Villarreal seine Heimserie fortgesetzt, ist nun schon seit zwölf Partien (sieben Siege, fünf Remis) ungeschlagen in Gruppenspielen der Europa League vor eigenem Publikum. "Wir können stolz sein, haben uns rehabilitiert", betonte Kapitän Stefan Schwab nach dem Match am Donnerstagabend mit Blick auf das 0:5-Debakel vor zwei Wochen in Villarreal.

    Auch Abwehrchef Mario Sonnleitner war zufrieden. "Es war eine ambitionierte und tolle Leistung von allen Spielern. Jeder ist ans Limit gegangen. Wir wollten gewinnen. In der zweiten Hälfte waren wir nahe dran", sagte der 32-jährige Routinier, der erneut eine starke Leistung bot.

    Bester Rapidler war diesmal jedoch Tormann Richard Strebinger, der vor der Pause drei Glanzparaden zeigte und die Grün-Weißen vor einem zu diesem Zeitpunkt durchaus verdienten Rückstand bewahrte. "Villarreal war in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, da hatten wir kaum Offensivaktionen, weil wir zu wenig die Bälle gehabt haben. Da hat uns Strebi am Leben gehalten", gestand Dietmar Kühbauer nach seiner Europacup-Heimpremiere als Rapid-Trainer.

    "Hereinnahme von Knasi hat Schwung reingebracht"

    In der zweiten Hälfte war dann aber seine Elf spielbestimmend. Das lag laut Kühbauer an der Einwechslung von Christoph Knasmüllner. "Die Hereinnahme von Knasi hat Schwung reingebracht. Die Jungs haben sich auch am Knasi ein bisschen festgehalten in der Offensive, und jeder hat mehr Mut entwickelt nach vorne. Wir haben gesehen, dass das auch nur Menschen sind. Knasi hat der Mannschaft gezeigt, dass man gegen Villarreal auch Bälle sichern, spielen und verteidigen kann. Das war so ein Ruck für die Mannschaft."

    Ebenso wie die 22.100 Fans im Stadion, die Rapid lautstark anfeuerten. "Auch das Publikum war eine riesige Stütze für uns, vor allem in Phasen, wo das Zurücklaufen schon schwierig ist. Aber wenn du so einen Support hast, fällt es dir vielleicht leichter", erklärte Kühbauer. Dass es mit dem Tor nicht klappte, lag daran, dass sein Team "den letzten Ball in der einen oder anderen Aktion nicht gut genug gespielt" habe. "Es hat noch nicht alles so funktioniert. Trotzdem bin ich mit dem Auftreten und der Leistung der Mannschaft sehr zufrieden."

    In der allerletzten Minute der Nachspielzeit musste Rapid aber noch einen Schreckmoment überstehen, als Marvin Potzmann in extremis auf der Linie klärte und damit ein Eigentor von Mert Müldür verhinderte. Der 19-jährige Verteidiger war im Fünfer in einen Stanglpass von Joker Karl Toko Ekambi gerutscht und hatte damit ebenfalls das sichere 0:1 vereitelt, denn in der Mitte waren beide Villarreal-Stürmer – Gerard Moreno und Nicola Sansone – völlig frei und einschussbereit gewesen (95.).

    "Sie haben sich den Punkt verdient"

    "Das wäre wie ein Herzstich gewesen, muss man sagen, von dem erholt man sich auch schwer", meinte Kühbauer. "Vor allem wäre die Zeit nicht mehr da gewesen, dass man da noch reagieren kann. Es wäre echt schade gewesen, wenn die Burschen nicht belohnt worden wären. Sie haben sich den Punkt verdient."

    Und durch das Remis hat Rapid sein Schicksal weiter selbst in der Hand. Zwar ist man aktuell nach vier Runden mit vier Punkten Letzter in der Gruppe G, doch fehlt nur jeweils ein Zähler auf Spartak Moskau und die Glasgow Rangers (beide 5). Tabellenführer ist weiterhin Villarreal, das als einzig noch ungeschlagener Klub dieser Gruppe bei sechs Punkten hält.

    Im nächsten Europa-League-Match gastiert Rapid am 29. November in Russlands Hauptstadt, ehe es zum Abschluss am 13. Dezember im ausverkauften Allianz Stadion gegen den schottischen Rekordmeister geht. "Wir wollen nicht mit leeren Händen vom Spiel aus Moskau zurückkommen. Dann haben wir ein Endspiel gegen die Glasgow Rangers. Und dass wir heimstark sind, haben wir in den bisherigen Europa-League-Partien gezeigt", hofft Schwab, dass Rapid dann seine Serie erneut prolongiert und der Sechzehntelfinal-Einzug gelingt. (APA, 9.11.2018)

    • Trainer Didi Kühbauer konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden sein.
      foto: apa/hochmuth

      Trainer Didi Kühbauer konnte mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden sein.

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