Furiose Salzburger feiern 5:2-Sieg bei Rosenborg

    8. November 2018, 23:12
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    Minamino war mit drei Treffern Matchwinner, schon zur Pause lag Salzburg 4:0 vorne. Die Qualifikation für die K.-o-Phase ist trotzdem noch nicht fix

    Trondheim – Red Bull Salzburg steht trotz eines Torfestivals bei Rosenborg Trondheim noch nicht fix in der K.-o.-Phase der Europa League. Österreichs Meister fertigte Rosenborg Trondheim am Donnerstag in Norwegen mit 5:2 (4:0) ab. Weil RB Leipzig aber das Parallelspiel bei Celtic Glasgow 1:2 verlor, können die Salzburger trotz vier Siegen in vier Spielen noch nicht für das Sechzehntelfinale planen.

    Mann des Spiels in Trondheim war Takumi Minamino mit drei Toren (5., 19., 45.). Dazu schrieb Salzburg durch Fredrik Gulbrandsen (37.) und ein Eigentor von Even Hovland (57.) an. Rosenborg gelang vor 13.000 Zuschauern durch Samuel Adegbenro (52.) und einen durch Mike Jensen abgefälschten Schuss von Nicklas Bendtner (61.) lediglich Ergebniskosmetik. Salzburg führt die Gruppe B mit zwölf Zählern vor Leipzig und Celtic mit je sechs an. Ein Punkt aus den beiden ausständigen Partien gegen die direkten Konkurrenten würde den Salzburgern bei der achten Teilnahme an der EL-Gruppenphase zum sechsten Aufstieg reichen.

    Japanisches Feuerwerk

    Der zuletzt starke Hannes Wolf stand etwas überraschend nicht in der Startformation, im offensiven Mittelfeld wirbelte an seiner Stelle Minamino. Trainer Marco Rose lag mit seiner Entscheidung völlig richtig: Der Japaner war der überragende Mann auf dem Platz. Minamino eröffnete den Torreigen bereits in der 5. Minute mit einem Flachschuss nach Pass von Stefan Lainer. Wenig später ließ er aus kurzer Distanz eine Großchance aus (12.). Nach einem langen Ball von Andre Ramalho holte er das versäumte 2:0 aber mit einem sehenswerten Volley nach.

    Die Salzburger waren klar tonangebend. Der norwegische Meister wirkte phasenweise hilflos, kam in der ersten Hälfte nur einmal gefährlich vor das Tor: Alexander Walke musste sich bei einem Kopfball von Alexander Söderlund strecken (31.). Auf der Gegenseite schlug Gulbrandsen gegen seine Landsleute zu. Der Norweger setzte einen weiteren Querpass von Lainer nach einer schönen Kombination unter die Latte (37.).

    Salzburg ließ danach Chancen im Minutentakt aus: Amadou Haidara brachte den Ball aus spitzem Winkel nicht im Tor unter (41.), Munas Dabbur scheiterte an Rosenborgs Schlussmann Andre Hansen (42.). Minamino vollendete seinen Triplepack aber noch vor der Pause. Der 23-Jährige, der nun bei neun Pflichtspieltreffern in dieser Saison hält, vollendete im Nachschuss, nachdem Hansen seinen ersten Versuch noch pariert hatte.

    Und dann

    Ein weiterer Treffer von Gulbrandsen wurde nach Seitenwechsel wahrscheinlich zu Unrecht wegen Abseits nicht anerkannt (48.). Rosenborgs erster Treffer zählte dagegen. Adegbenro ließ am Strafraum das Innenverteidigerduo Ramalho und Jerome Onguene, der den Vorzug gegenüber Marin Pongracic erhalten hatte, nicht gut aussehen und traf via Innenstange.

    Minamino hatte auch beim 5:1 seine Beine im Spiel. Hovland beförderte den Ball im Zweikampf mit dem Japaner ins eigene Tor. Auf der Gegenseite schlug ein abgefälschter Schuss des ehemaligen Arsenal-Stürmers Bendtner im kurzen Eck ein. Salzburg ging danach nicht mehr volles Tempo. Dabbur blieb ein Tor verwehrt, der Goalgetter schoss knapp daneben (68.).

    Salzburg erzielte aber auch im vierten Gruppenspiel mehr als zwei Tore. Der Halbfinalist der vergangenen Saison hat zudem weiter die Chance, die EL-Gruppenphase zum dritten Mal nach 2009 und 2013 ohne Punkteverlust abzuschließen. Es war der 20. Sieg der Bullen im 24. Pflichtspiel der Saison. Zu Hause hatten sie Rosenborg mit 3:0 ebenfalls keine Chance gelassen. In der nächsten Runde empfangen die Salzburger am 29. November Leipzig, zum Abschluss geht es am 13. Dezember nach Glasgow. (APA, 8.11.2018)

    Europa League, 4. Runde, Donnerstag

    Rosenborg Trondheim – Red Bull Salzburg 2:5 (0:4)
    Lerkendal-Stadion, 12.386 Zuschauer, SR Alexej Eskow (RUS)

    Torfolge:
    0:1 (5.) Minamino
    0:2 (19.) Minamino
    0:3 (37.) Gulbrandsen
    0:4 (45.) Minamino
    1:4 (52.) Adegbenro
    1:5 (57.) Hovland (Eigentor)
    2:5 (62.) Jensen

    Rosenborg: Hansen – Reitan, Serbecic, Hovland, Meling – Konradsen, Jensen, Denic (85. Vilhjalmsson) – Adegbenro (75. Levi), Söderlund (46. Lundemo), Bendtner

    Salzburg: Walke – Lainer, Ramalho, Onguene, Ulmer – Haidara, Samassekou, Minamino (78. Wolf), X. Schlager (89. C. Leitgeb) – Gulbrandsen (85. Prevljak), Dabbur

    Gelbe Karten: keine bzw. Samassekou, Dabbur

    Stimmen zum Spiel (jeweils via Puls 4):

    Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Heute gibt es keinen Schatten. Das muss man als Trainer auch mal einfach so stehen lassen. Es war eine sensationelle erste Halbzeit. Ich weiß ja, was meine Jungs so auf dem Schläger haben. Taki (Minamino) war heute sehr, sehr gängig, er hat sich sehr gut bewegt, war quirlig. Er hat ein wirklich gutes Spiel gemacht und sich dafür belohnt. Wir haben gar kein Problem. Heute sind wir sehr happy über das Ergebnis, über zwölf Punkte in der Europa League. Wir wissen schon, dass wir noch nicht durch sind. Wir haben jetzt noch zwei bärenstarke Gegner."

    Takumi Minamino (Salzburg-Dreifachtorschütze): "Für mich ist es natürlich gut, aber für die Mannschaft ist es auch gut. Ich freue mich und ich bin sehr stolz. Heute werde ich mich einfach freuen. Natürlich habe ich auf meine Chance gewartet. Wenn ich eine Chance bekomme, will ich sie nützen. Ich wollte einfach weitermachen für die Mannschaft."

    Andreas Ulmer (Salzburg-Kapitän): "Wir haben viel investiert. Gleich in der ersten Hälfte ist uns sehr viel aufgegangen. Unsere Torchancen haben wir sehr, sehr gut genutzt. Das 4:0 wollten wir nicht mehr aus der Hand geben und haben dann auch ganz gut zu Ende gespielt. Es ist ein super Sieg, drei wichtige Punkte für die Tabelle. Ein Punkt fehlt uns noch."

    Stefan Lainer (Salzburg-Verteidiger): "Es ist uns sehr viel aufgegangen. Wir sind extrem aggressiv und giftig gleich von Beginn weg gestartet. Wir haben die Spiellust bekommen, der Gegner ist mehr oder weniger untergegangen. Die erste Hälfte war überragend. Man hat schon gesehen, dass wir ein bisschen Qualität in unserer Mannschaft haben. Wir werden wieder auf uns schauen und versuchen, das nächste schwere Spiel für uns zu entscheiden."

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      foto: apa/hans punz

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