Ryanair und Verdi erzielen vorläufige Einigung im Tarifstreit

    8. November 2018, 17:31
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    Ryanair spricht von Tarifvertrag, Verdi von Vorvereinbarung – Verdi-Kritik: Ryanair lässt weiter keine Betriebsräte zu

    Berlin – Im Tarifstreit mit der Gewerkschaft Verdi hat der irische Billigflieger Ryanair einen Abschluss für das Kabinenpersonal erzielt. Man habe mit Ryanair "eine Vorvereinbarung zu einem Tarifvertrag unter Anwendung von deutschem Arbeitsrecht abgeschlossen", teilte die Gewerkschaft am Donnerstag mit. Die Verdi-Mitglieder bei Ryanair diskutierten nun die Vereinbarung und den Sozialplan.

    Eine Entscheidung werde es erst nach der Mitglieder-Befragung am 13. November 2018 geben. Danach will sich Verdi zu Inhalten äußern. "Darüber hinaus beinhaltet die Vereinbarung einen Rahmensozialplantarifvertrag, der auch die ehemaligen Beschäftigten in Bremen einbezieht." Ryanairhatte seine Basis mit zwei Flugzeugen in der Hansestadt zu Wochenbeginn geschlossen. Nach fast einjährigen Verhandlungen sieht die Gewerkschaft einen Schritt hin zu besseren Arbeitsbedingungen und höheren Gehältern. Mit der Vereinbarung könnten erstmals Absicherungen bei Versetzungen, Abfindungen und Wiedereinstellungen sozialplanmäßig geregelt werden.

    Keine Betriebsräte

    "Problematisch sieht Verdi nach wie vor, dass Ryanair keine Betriebsräte zulässt." Hier sei jetzt die Politik in der Verantwortung, neue Regelungen für die gesamte Branche zu treffen. Der deutsche Arbeitsminister Hubertus Heil hat bereits angekündigt, mit einer Gesetzesänderung den Beschäftigten bei Airlines die Gründung eines Betriebsrats zu ermöglichen, auch wenn es keinen Tarifvertrag gibt.

    Ryanair erklärte, die angepeilte Lösung biete Lohnerhöhungen und andere Vorteile für alle Kabinenbesatzungen von Ryanair in Deutschland in den nächsten zwei Jahren. "Dies sind weitere konkrete Anzeichen für die erheblichen Fortschritte, die Ryanair beim Abschluss von Vereinbarungen mit unseren Leuten und ihren Gewerkschaften in vielen verschiedenen EU-Ländern erzielt", sagte Ryanair-Personalchef Eddie Wilson. Ryanair habe zuletzt auch Einigungen in Italien, Griechenland und Schweden erreicht.

    Weitere Streiks nicht ausgeschlossen

    In den Verhandlungen der Airline mit den Piloten in Deutschland hat es zuletzt ebenfalls Bewegung gegeben. Mitte November finden Gespräche mit der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit unter Beteiligung zweier Schlichter in Dublin statt. Weitere Streiks haben die Piloten allerdings ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

    Unterdessen teilte Ryanair mit, dass die Mehrheit der italienischen Flugbegleiter einer Tarifvereinbarung zwischen der Airline und den drei größten Gewerkschaften zugestimmt habe. Dadurch sollen die in Italien stationierten Crew-Mitglieder über die nächsten drei Jahre mehr Gehalt bekommen. Das Unternehmen habe außerdem Anerkennungsvereinbarungen mit einer griechischen und einer schwedischen Flugbegleiter-Gewerkschaft unterzeichnet. (APA, 8.11.2018)

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