Makler-Projekt Marktplatz sollte 2019 endlich starten

    8. November 2018, 17:08
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    Die Maklerplattform von Immobilienring, WKÖ und ÖVI ist ein Dreivierteljahr in Verzug, Anfang nächsten Jahres soll nun aber der Testbetrieb losgehen

    Österreichs Makler wollen besser zusammenarbeiten – zumindest die meisten von ihnen. Nach teils langwierigen internen Diskussionen haben sich der Fachverband der Immobilientreuhänder in der Wirtschaftskammer (WKÖ), der Österreichische Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI) und das Maklernetzwerk Immobilienring (IR) vor rund einem Jahr darauf verständigt, eine gemeinsame Plattform namens Marktplatz zu schaffen. Dem grundlegenden Go von damals waren schon fast zweijährige Vorarbeiten vorausgegangen.

    Firma eingetragen

    Mittlerweile ist die gemeinsame Firma der drei Verbände bzw. Organisationen namens Immobilien Marktplatz Gmbh seit wenigen Tagen im Firmenbuch eingetragen, Geschäftsführer ist Immobilienring-Präsident Georg Spiegelfeld, der ein Maklerbüro am Wiener Stubenring betreibt. Der Fachverband hält 60 Prozent an der Gmbh, der ÖVI 30 Prozent, die restlichen zehn Prozent der Immobilienring.

    Das Projekt habe nun aber bereits eine Verzögerung von einem Dreivierteljahr, erläuterten Spiegelfeld und Immobilienring-Vizepräsident Andreas G. Gressenbauer kürzlich bei einem Pressegespräch (siehe dazu auch Artikel). Hauptsächlich deshalb, weil man "riesige Diskussionen" mit den Immo-Software-Anbietern führen musste, so Spiegelfeld. Das habe man nun aber abschließen können, vier große Anbieter sind mit im Boot.

    Auch WKÖ-Fachverbands-Geschäftsführerin Ursula Pernica führt die Verzögerungen auf die Verhandlungen mit den Software-Anbietern zurück. Diese hätten die Verträge nun aber unterzeichnet und würden bereits eifrig an der Schaffung der notwendigen technischen Schnittstellen arbeiten.

    Testlauf im Frühjahr

    Laut Spiegelfeld könnte der Testbetrieb der internen B2B-Plattform dann von Jänner bis März stattfinden. Pernica ist nicht ganz so optimistisch und stellt einen Start ab März in Aussicht.

    Ganz bestimmt noch länger dauern wird der Aufbau des neuen Endkundenportals namens look4immo.at. Hier laufen derzeit erst die Ausschreibungen für die Arbeiten an der optischen Gestaltung der Website.

    Stufenweise Vermarktung

    An den ebenfalls vieldiskutierten Rahmenbedingungen für die teilnehmenden Makler hat sich laut Spiegelfeld nichts mehr geändert. Makler werden über den "Marktplatz" ihre Objekte stufenweise vermarkten können; zunächst kann ein neues Objekt 14 Tage lang den eigenen Kunden exklusiv angeboten werden, danach wird es für den gesamten Franchise-Verbund freigeschaltet. Diese Fristen können, müssen aber nicht eingehalten werden. Erst danach ist die Veröffentlichung auf dem Endkundenportal geplant.

    Grundsätzlich sollte jedes zu vermittelnde Objekt auf der Plattform landen, bekräftigte Spiegelfeld. Es werde aber sicher auch künftig Abgeber geben, die nicht wollen, dass ihre Immobilie eingetragen wird.

    Feinschliff bei Nutzungsbedingungen

    Bei den Nutzungsbedingungen, die jedes teilnehmende Maklerunternehmen akzeptieren muss, ist man gerade mit dem Feinschliff beschäftigt. Sie sollen laut Pernica "sicherstellen, dass die Qualität der Dienstleistungen zwischen den Maklern passt".

    Die Kosten einer Teilnahme werden bei acht Euro pro Maklermitarbeiter und Monat liegen. Derzeit sammelt man im Fachverband Vormerkungen. Der Ausschluss eines Maklers soll als "äußerstes Mittel" möglich sein, ein noch nicht näher erläutertes internes Gremium soll darüber wachen. Und die Nutzungsbedingungen werde man auch öffentlich zugänglich machen, verspricht Pernica.

    5000 Teilnehmer als Ziel

    Rund 10.000 Makler gibt es insgesamt in Österreich, sie verteilen sich auf etwa 4500 Unternehmen. Wenn man die Hälfte davon für eine Teilnahme gewinnen könne, wäre das schon ein schöner Erfolg, sagt Pernica. Jene rund 3000 Immobilientreuhänder (also neben Maklern auch Bauträger und Verwalter), die die Immobiliencard besitzen (den vom Fachverband ausgestellten Qualitätsausweis, der 2010 in Wien und später auch bundesweit eingeführt wurde), sollten jedenfalls keine Probleme haben, die Voraussetzungen für eine Teilnahme zu erfüllen. (Martin Putschögl, 8.11.2018)

    • Die einzelnen Softwareanbieter arbeiten nun an den nötigen Schnittstellen.
      foto: istockphoto.com/getty images

      Die einzelnen Softwareanbieter arbeiten nun an den nötigen Schnittstellen.

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