Midterm-Elections: "Rückschlag für Trump, aber keine Verschmähung"

    Presseschau7. November 2018, 17:46
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    Aus Kommentaren internationaler Medien über die US-Kongresswahlen

    "The New York Times" (New York): Wiederkehr des Stillstands

    "Es war eine gute Nacht für die Republikaner im Senat und eine exzellente für die Demokraten im House. Trumps Nord-Mittelwesten wurde wieder demokratisch. Die Wähler in roten Staaten bleiben bei den Senatswahlen bei den Republikanern. Die Mobilisierungsstrategie der Demokraten versagte nur in Florida und Georgia. Es war ein Rückschlag für Trump, aber keine Verschmähung, durch die die Präsidentschaft beendet gewesen wäre. Zwei Jahre Hysterie und Chaos enden in der Wiederkehr des Stillstands."

    "Washington Post" (Washington): Vielleicht das Ende vom Anfang

    "Der Parteienstreit wird stratosphärische Ausmaße annehmen. Das ist der Preis von 'checks and balances', die bisher gefehlt haben. Das Wahlresultat stellt mein Vertrauen in die Demokratie wieder her, aber ernüchtert mich auch durch die Einsicht, dass der Kampf alles andere als vorbei ist. Er könnte noch zwei oder gar sechs Jahre dauern. Gut möglich, dass die Demokraten ihr Blatt überstrapazieren und dass Trump mit seinen demagogischen Fähigkeiten die Wiederwahl erreicht. Um Churchill zu paraphrasieren: Dies ist nicht das Ende des Trumpismus. Es ist auch nicht der Anfang von dessen Ende, aber vielleicht das Ende vom Anfang."

    "Kommersant" (Moskau): Beispiellose Spaltung

    "Die Polarisierung der Gesellschaft ist längst herangereift, aber früher war sie eine latente Form einer beginnenden Krankheit. Mit dem Amtsantritt von Trump rissen alle Wunden auf. Das Land ist nicht nur in Anhänger und Gegner des Präsidenten gespalten. Gegner erklärten Trump den Krieg. Daran waren nicht nur Politiker, ein Teil der Justiz und der Presse, sondern auch viele zivilgesellschaftliche Organisationen (...) beteiligt.

    Wenn der Senat bei den Republikanern bleibt (...), wird Trump an der Macht bleiben, aber er kann seine Politik kaum umsetzen. Dies bedeutet, dass die Chancen für seine Wiederwahl erheblich geringer werden. Kein Abstimmungsergebnis wird dabei aber das Hauptproblem lösen – die seit der Bürgerrechtsbewegung beispiellose Spaltung der amerikanischen Gesellschaft. Um dies zu überwinden, muss Amerika seine politischen Institutionen ändern." (7.11.2018)

    • Guten Mutes: Trumps Wahlanalyse auf Twitter.
      foto: apa/afp/eric baradat

      Guten Mutes: Trumps Wahlanalyse auf Twitter.

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