Gegen ein Leben ohne Ende: Science-Fiction-Serie "Ad Vitam" auf Arte

Ansichtssache8. November 2018, 06:00
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Serienmacher Thomas Cailley verhandelt den Generationenkonflikt geschickt in Form eines düsteren Krimis

Endlich. Der Traum vom ewigen Leben wird wahr. Saufen? Egal. Die Leber regeneriert sich sofort. Prellungen, Kratzer, Verletzungen? Auch das macht nichts. Das Regenerierungsbad wird es schon richten. In der sechsteiligen französischen Serie "Ad Vitam" (ab Donnerstag im Hauptabend auf Arte und in der Mediathek) haben ungesunder Lebensstil, Unfälle oder andere Umstände, die bisher tödlich waren, keine Bedeutung. Dank einer neuen Technik wird sogar der Alterungsprozess gestoppt. Falten, Krankheiten, das natürliche Ende, all das ist Geschichte.

foto: arte, ivan mathie

Trotzdem ist das Leben kein Ponyhof, vor allem nicht für den Ermittler Darius Asram (überzeugend dargestellt von Yvan Attal). Nicht nur, dass es auch ihn irgendwann nervt, alles schon einmal gesehen, erlebt, gehört zu haben, muss er sich auch mit einem kollektiven Selbstmord von Jugendlichen auseinandersetzen.

Denn die jungen Leute sind die Verlierer in einem System, in dem die Alten das Sagen haben, ihnen Platz fehlt, weil sich die ältere Generation nicht von einem Planeten verabschiedet, der eben nicht endlos Platz für alle bietet.

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foto: arte, ivan mathie

Serienmacher Thomas Cailley verhandelt hier den Generationenkonflikt geschickt in Form eines düsteren Krimis. Dunkle Farben überwiegen und unterstützen die negative Grundstimmung, die von Beginn an auf ganz finstere Geheimnisse hinweist.

Bis zur Aufklärung wird es noch dauern, Asram wird gemeinsam mit Undercover-Ermittlerin Christa (Garance Marillier) tief eintauchen in die dystopische Welt von Jugendlichen, denen die Perspektive fehlt, die aber noch Kraft haben, sich dem System zu widersetzen, und Sterben als Befreiungsakt feiern. (Astrid Ebenführer, 8.11.2018)

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