Genitalverstümmelungen gehen bei Mädchen seit Jahrzehnten zurück

    7. November 2018, 14:51
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    Forscher verzeichnen den größten Rückgang in Ostafrika: minus 63 Prozent innerhalb von 20 Jahren

    Paris – In den vergangenen drei Jahrzehnten ist die Zahl der Genitalverstümmelungen bei Mädchen einer Studie zufolge in mehreren afrikanischen Regionen deutlich zurückgegangen. Der größte Rückgang ist in Ostafrika zu verzeichnen, wo 1995 noch 71,4 Prozent der Mädchen unter 14 Jahren beschnitten wurden. 2016 waren es noch acht Prozent, berichteten Forscher aus Großbritannien und Südafrika am Mittwoch im Fachmagazin "BMJ".

    In Westafrika ging die Zahl der Genitalverstümmelungen demnach ebenfalls zurück, während sie im Nahen Osten in Ländern wie dem Jemen und dem Irak anstieg.

    Zwei unterschiedliche Erhebungen

    Die Forscher werteten für ihre Studie statistische Daten zweier unterschiedlicher Erhebungen aus, eine dafür kam vom UN-Kinderhilfswerk Unicef. Die Daten stammen aus 29 Ländern und reichen bis in das Jahr 1990 zurück. Die Wissenschafter schätzten demnach, dass jedes Jahr rund drei Millionen Kinder in Afrika der Gefahr ausgesetzt sind, beschnitten zu werden.

    Der "erhebliche" Rückgang der Genitalverstümmelungen in einigen Regionen sei vorsichtig einzuordnen, erklärten die Forscher. Das Bild der Studie sei unvollständig, da in einigen Ländern neue Gesetze Beschneidungen von Mädchen unter Strafe stellen und das Familien davon abgehalten haben könnte, bei Erhebungen die Wahrheit zu sagen, erklärte Naana Otoo-Oyortey von der Organisation Forward, die gegen Genitalverstümmelung kämpft und in die Studie eingebunden war.

    Auch in vielen asiatischen Ländern

    Die Forscher fordern, an Kampagnen festzuhalten, die über die physischen und psychischen Folgen von Genitalverstümmelung aufklären sollen. Nach Schätzungen von Unicef sind weltweit 200 Millionen Frauen und Kinder Opfer von Beschneidungen geworden. Betroffen sind nicht nur Frauen in Afrika, sondern auch in zahlreichen asiatischen Ländern. Auch in westlichen Ländern gibt es Betroffene. (APA, 7.11.2018)

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