Verbindung BH4 könnte Schlüsselrolle für Immunabwehr zukommen

    8. November 2018, 10:00
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    Forschergruppe um Josef Penninger sieht vielversprechenden Ansatzpunkt im Kampf gegen Autoimmunerkrankungen, Allergien und Krebs

    Wien – Die Verbindung Tetrahydrobiopterin (BH4) ist unter anderem ein "Baustein" für Glückshormone. Daneben kann sie aber auch Immunzellen aktivieren, die Krankheitserreger und Krebszellen, aber auch harmlose Gräserpollen und den eigenen Körper angreifen können, berichtet nun die Forschergruppe um Josef Penninger im Fachblatt "Nature".

    Immunzellen (T-Zellen) patrouillieren durch den Körper und enttarnen Krankheitserreger sowie eigene, entartete Zellen, die zu Tumoren werden können, erklären die Forscher um Shane Cronin und Josef Penninger vom Institut für molekulare Biotechnologie (IMBA) den Hintergrund. Die Aktivitäten dieser Zellen müssen aber wohldosiert sein: Übereifrige T-Zellen richten sich nämlich gegen körpereigene Zellen oder eigentlich völlig harmlose Umweltsubstanzen und lösen dadurch Autoimmunerkrankungen wie Asthma, Multiple Sklerose und Allergien aus. Sind sie wiederum zu lasch, entgehen ihnen Krebszellen.

    Vielversprechender Ansatzpunkt

    Mit einem eigens entwickelten Wirkstoff QM385 habe man die Erzeugung von BH4 bei Mäusen und menschlichen Zellen gehemmt und dadurch von T-Zellen ausgelöste Autoimmunreaktionen sowie allergische Entzündungen außer Kraft setzen können, berichten die Wissenschafter. Andererseits verpassten sie Mäusen mit Tumoren höhere Mengen an BH4, wodurch deren T-Zellen aktiver gegen die Krebszellen vorgingen.

    Für Penninger ist es "faszinierend", dass ein ursprünglich aus der Neurobiologie bekanntes System eine Schlüsselrolle für die Immunabwehr bei T-Zellen einnehmen kann. BH4 sei somit ein vielversprechender Ansatzpunkt im Kampf gegen Autoimmunerkrankungen, Allergien und Krebs, meinen die Wissenschafter. (APA, red, 8. 11. 2018)

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