Siebenjährige getötet: 16-Jähriger wollte "Hals durchtrennen"

    7. November 2018, 13:16
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    Der Verdächtige gab laut der Anklageschrift an, dass es "jeden hätte treffen können"

    Wien – Sechs Monate nach der Tötung eines siebenjährigen Mädchens im Wiener Ditteshof hat die Tageszeitung "Heute" am Mittwoch Teile der Anklageschrift veröffentlicht, die auch der APA vorliegt. Demnach wollte der 16-jährige Tatverdächtige "den Hals eines anderen Menschen durchtrennen". Und: "Es hätte jeden treffen können."

    Ende 2017 begann der Angeklagte, sich mit dem Thema Mord auseinanderzusetzen. "Er malte sich unterschiedliche Varianten aus, wie man einen Menschen töten könnte, schwankte zwischen Erwürgen und Erstechen. Als Tatwaffe kam aber nur ein Messer infrage. Damit wollte er den Hals eines anderen Menschen durchtrennen, denn der Angeklagte wollte Blut sehen", schreibt Staatsanwalt Andreas Mugler.

    "Weil ich ein Killer bin"

    Schon vor dem Verbrechen schrieb der 16-Jährige in Chats: "Ich habe Mordgedanken, weil ich ein Killer bin." Das Messer, mit dem er das Mädchen getötet haben soll, brachte er zweimal in seine Schule mit. Auch eine Eisenstange war eine Woche lang in seinem Rucksack. Grund: "Ich hasse Menschen, es hätte jeden treffen können."

    Zum Tatzeitpunkt war der Verdächtige mit seinem Opfer alleine in der Wohnung der Eltern. Dabei formte sich bei ihm "der Wille, seine Mordfantasiein in die Tat umzusetzen". Daraufhin habe er sein Opfer zuerst derartig gewürgt, dass dieses "vor Schock erstarrt" stehen blieb. Er brachte sie in die Dusche ins Badezimmer, da er damit rechnete, "dass die Siebenjährige stark bluten werde".

    Dann stach der Verdächtige laut Anklage zu. "Hadishat schrie auf, woraufhin er das Messer tiefer in ihren Körper rammte. Der Schrei löste beim Angeklagten Stress aus. Er wollte, dass das Kind zu schreien aufhört." Um ihr den Kopf abzutrennen, führte er zudem "Sägebewegungen" durch. Als sie sich nicht mehr rührte und der Festgenommene auf ihren toten Körper blickte, "fühlte er weder Reue noch Mitleid, seine Gedanken galten nur der Beseitigung der Leiche".

    Schwerwiegende Persönlichkeitsstörung

    Der 16-Jährige wies laut der Anklage zum Tatzeitpunkt eine schwerwiegende Persönlichkeitsstörung und eine Zwangsstörung auf. Seine Diskretions- und Dispositionsfähigkeit waren allerdings nicht aufgehoben, somit waren Zurechnungsfähigkeit und Schuldfähigkeit gegeben. Neben der Verurteilung wegen Mordes spricht sich der Staatsanwalt auch für die Unterbringung in einer Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher aus. Der Geschworenenprozess könnte laut "Heute" noch heuer beginnen. (APA, 7.11.2018)

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