Unerwartet langlebige Wettersatelliten erhalten Verstärkung

    7. November 2018, 11:24
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    Metop-Satelliten werden mindestens drei Jahre lang als Trio agieren

    foto: apa/afp/european space agency/jm guillon
    Der Start in Kourou.

    Kourou/Darmstadt – Mit einer russischen Sojus-Rakete ist der Wettersatellit Metop-C Mittwochmorgen erfolgreich vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana gestartet. Knapp eine Stunde später konnte Ruth Evans von der Europäischen Wettersatelliten-Organisation Eumetsat vermelden, dass das erste Signal vom Satelliten eingelangt ist.

    Eumetsat wird die Kontrolle über den Satelliten voraussichtlich in drei Tagen übernehmen. In der Frühphase der Mission ist wie schon für den Start noch das Europäische Raumflugkontrollzentrum ESOC in Darmstadt zuständig, das in unmittelbarer Nachbarschaft von Eumetsat angesiedelt ist.

    Metop-C ("Meteorological Operational Satellite") soll in einer polaren Umlaufbahn von 817 Kilometern über der Erde Daten für Wettervorhersagen und Klimaüberwachung sammeln. Der Satellit hat neun Instrumente an Bord, um Temperatur, Feuchtigkeit, die Zusammensetzung der Atmosphäre, die Meeresoberflächen-Temperatur, Windstärken, -richtung und -geschwindigkeit sowie die Eigenschaften von Wolken zu messen.

    Unverhoffte Ergänzung

    Ursprünglich hatte man gedacht, Metop-C würde die Mission von seinen Vorgängern übernehmen, die 2006 (Metop-A) und 2012 (Metop-B) ins All gebracht wurden. Die haben sich aber als unerwartet haltbar erwiesen und arbeiten immer noch. Für Klima- und Wetterforscher ist das ein Glücksfall: Nun können die Metop-Satelliten zu dritt agieren, laut Dieter Klaes von Eumetsat dürfte das gut drei Jahre lang funktionieren. Und je mehr Daten gesammelt werden, desto präziser die Vorhersage.

    foto: ap
    Metop-Satelliten sind ordentliche Brocken.

    Die drei jeweils gut vier Tonnen schweren Metop-Satelliten sind baugleich. "Sie sind aber immer noch auf der Höhe der Zeit", betont Klaes. Die Gesamtumlaufdauer jedes der drei Satelliten beträgt etwas mehr als 101 Minuten. "Jeder wird die Erde 14 mal pro Tag umrunden und jeden Punkt des Planeten zweimal pro Tag abdecken", sagt Klaes. "Somit werden wir über einen Zeitraum von drei Jahren sechs Mal täglich ein komplettes globales Bild von jedem der Instrumente an Bord erhalten." (APA, red, 7. 11. 2018)

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