Hunger im Jemen, Essen in der U-Bahn: Unsere Prioritäten

Einserkastl6. November 2018, 18:04
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Im Jemen erwartet 14 Millionen Menschen eine Hungersnot

Und nun zu etwas anderem. Etwas ganz anderem.

Klar, wir haben hier bei uns daheim gerade große Sorgen. Der Migrationspakt der Vereinten Nationen bedroht uns und gilt abgewehrt zu werden. Zuwanderer müssen nach wie vor davon abgehalten werden, "das schönstes Land der Welt" (unser Bundeskanzler über unsere weltweit schönste Heimat) zu überrennen.

Wir müssen schauen, dass die Pferderln für die berittene Polizei, die sich der Innenminister so sehr wünscht, schnell lernen und ihre Reiter auch. Es geht immerhin um unsere innere Sicherheit. 500 anderen Pferderln droht leider der Tod, wenn in der Wiener Innenstadt tatsächlich ein Fiakerverbot kommt. (Könnte man nicht wenigstens ein paar von ihnen ins Innenministerium retten, von den Pferden nämlich?)

Ja, dann wären da noch Indexierung der Familienbeihilfe, Raucherlaubnis in Lokalen, Essverbot in U-Bahnen: Man tut alles für unsere finanzielle und körperliche Sicherheit. Wir haben hier bei uns halt große Sorgen.

Und nun zu etwas ganz anderem.

Im Jemen (ja, von dort kommen auch viele Flüchtlinge) erwartet 14 Millionen Menschen eine Hungersnot, warnen die Vereinten Nationen. Laut ihrem Kinderhilfswerk Unicef drohen sieben Millionen Kinder im Bürgerkriegsland zu verhungern. Sieben. Millionen. Kinder.

Aber leider. Wir hier haben gerade andere Sorgen. (Renate Graber, 6.11.2018)

Weitere Kommentare von Renate Graber lesen Sie hier.

Zum Thema:

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