Migrationspakt und rechte Medien: Der Aufklärung verpflichtet

Kommentar6. November 2018, 17:51
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Unabhängige Medien werden in Zukunft ihre Rolle als Aufklärer und Erklärer komplexer Sachverhalte noch ernster nehmen müssen

Lange bevor unabhängige Medien Faktenchecks zum UN-Migrationspakt veröffentlicht haben, wurden soziale Medien mit einer Desinformationskampagne geflutet. Falschbehauptungen wie "Grenzen werden abgeschafft" oder "millionenfache Einwanderung" aus Afrika stünde nun bevor wurden auf rechtsextremen Verschwörungsseiten und auch in Medien, die der FPÖ oder der AfD nahestehen, verbreitet.

Dass der Migrationspakt lediglich eine Absichtserklärung ist und seine Ablehnung nicht "Österreichs Souveränität rettet", wie die Bundesregierung nun erklärt, haben jene Menschen, die FPÖ-nahe und rechtspopulistische Seiten liken, nicht erfahren; und jene Menschen, die diese Medien nicht lesen, haben es relativ spät erfahren. Die FPÖ nutzt auch als regierende Partei das Zusammenspiel zwischen sozialen Medien, dem Boulevard und den parteieigenen Kanäle sehr geschickt, um die angeblichen "Wahrheiten, die Systemmedien verschweigen" zu verbreiten.

Unabhängige Medien werden in Zukunft ihre Rolle als Aufklärer und Erklärer komplexer Sachverhalte noch ernster nehmen müssen.

In Zeiten von einfachen Erklärungen, Angstmache und alternativen Fakten müssen der Demokratie verpflichtete Medien die Strategien der Rechtspopulisten erkennen und ihren Lesern, Usern und Sehern auf sachliche und vor allem transparente Weise Hintergrundwissen liefern. (Olivera Stajić, 6.11.2018)

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