Krebspatienten: Lavendel lindert Ängste

    7. November 2018, 06:00
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    Eine Studie attestiert Lavendelöl eine beruhigende Wirkung bei Patienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen

    Eine Chemotherapie ist eine sehr drastische Behandlung und für jeden, der sie machen muss ein sehr einschneidendes Erlebnis. Die Idee, giftige Substanzen in den Körper zu pumpen, der sowohl die kranken als auch die gesunden Zelle umbringen soll, ist belastend.

    Die Frage vieler Patienten: Was könnten sie zusätzlich zu ihrer Behandlung tun. Wohlbefinden ist ein Faktor, wenn es um Lebensqualität geht. Eine türkische Studie ist der Frage nachgegangen, ob Patienten in chemotherapeutischer Behandlung mit Lavendelöl eine Besserung ihrer grundlegenden Angst zeigten. Die Antwort viel positiv aus, ebenso verbesserte sich die Schlafqualität infolge der Behandlung mit Lavendel. Die Ergebnisse bestätigen damit die bereits lange beschriebenen Effekte des traditionellen Mittels und zeigen seinen Wert auch zur Unterstützung von Krebspatienten.

    Über den Geruchssinn

    Eine Krebsdiagnose ist ein großer Stressfaktor im Leben. Ängste, Depression und Schlafstörungen belasten in der Folge häufig die betroffenen Menschen. Einfache, nicht-medikamentöse Hilfen zur Linderung von Stress und zur Verbesserung des Schlafs wären eine wesentliche Hilfe für die Patienten.

    Lavendel gehört zu der Minze-Pflanzenfamilie, die bekannt für ihre medizinischen Effekte ist. Extrakte aus oder einfach getrocknete Lavendelblüten wirken beruhigend und schlaffördernd. Frühere Studien zeigten, dass manche Inhaltsstoffe dabei auf den Mandelkern, der auch Amygdala genannt wird, einzuwirken scheinen und auf diesem Weg ähnlich wie manche sedierende Medikamente wirken.

    Die Studie im Detail

    Türkische Forscher führten eine randomisierte und kontrollierte Studie durch, in der sie den Effekt einer Lavendelöl-Aromatherapie auf Ängste und Schlafqualität bei Patienten in chemotherapeutischer Behandlung untersuchten.

    70 Patienten wurde zufällig einer Aromatherapie mit entweder Lavendelöl, Teebaumöl oder zur Kontrolle ohne Öl zugewiesen. Angstsymptome und Schlafqualität wurden mithilfe standardisierter Fragebögen vor der Chemo- und Aromatherapiephase und anschließend ermittelt. Bei der Ermittlung von Ängsten mit dem state-trait-Angstinventar werden Ängste, Nervosität oder unangenehme Gefühle in akuten Situationen (vermeintlichen Gefahren, sogenannte state-Angst) von Ängsten unterschieden, die die Menschen täglich und über verschiedene Situationen hinweg verspüren (sogenannte trait-Angst). Die trait-Angst ist also mehr ein Persönlichkeitsmerkmal, das beschreibt, ob man generell ängstlich reagiert, die state-Angst dagegen beschreibt mehr einen vorübergehenden Angstzustand.

    In der Lavendel-Gruppe

    Die akuten, situationsbezogenen state-Ängste vor und nach der Chemotherapie unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen. Die grundlegenden trait-Ängste dagegen waren messbar in der Lavendelgruppe verändert. Auch die Schlafqualität änderte sich in der Gruppe mit der Lavendelöl-Aromatherapie.

    Zusammenfassend zeigte sich demnach, dass die Patienten in chemotherapeutischer Behandlung mit dem Lavendelöl eine Besserung ihrer grundlegenden Angst zeigten. Ebenso verbesserte sich die Schlafqualität infolge der Behandlung mit Lavendel. Die Ergebnisse bestätigen damit die bereits lange beschriebenen Effekte des traditionellen Mittels und zeigen seinen Wert auch zur Unterstützung von Krebspatienten. (7.11.2018)

    • Lavendel ist ein altes Hausmittel. Eine Studie zeigt, dass es beruhigend wirkt. und den Schlaf fördert.
      foto: imago

      Lavendel ist ein altes Hausmittel. Eine Studie zeigt, dass es beruhigend wirkt. und den Schlaf fördert.

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