Wiener Szenelokal Bach sperrt für mindestens ein Jahr zu

    6. November 2018, 16:37
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    2019 soll das Lokal nur mehr für private Feiern offen stehen. Finanzielle Schwierigkeiten machen eine Schaffenspause nötig, berichtet der Betreiber

    Das Lokal "Das Bach" – kurz Bach – im 16. Wiener Gemeindebezirk gab am Dienstag bekannt, eine "Schaffenspause" einzulegen. Man wolle das Lokal 2019 zumindest für ein Jahr zusperren, um sich ein neues Konzept zu überlegen, sagt Betreiber Moritz Amberger dem STANDARD. Während dieser Zeit soll man das Lokal aber für private Veranstaltungen mieten können.

    Der Grund liegt bei finanziellen Schwierigkeiten. Seit 2016 müsse man im Bach mit einer "verschärften finanziellen Situation umgehen", schreiben die Betreiber in einem Facebook-Posting.

    Amberger hatte das 1989 eröffnete Lokal gemeinsam mit seiner Freundin 2011 vom Gründer, seinem Vater, übernommen. Seither habe man über 1.000 Bands bei Live-Auftritten begrüßen dürfen. Doch Amberger berichtet, dass man sich die letzten Jahre auch mit privaten Investitionen "noch irgendwie drübergehantelt" hat. Besonders ab 2016 sei es bergab gegangen, mehrere Versuche, neue Konzepte auszuprobieren, hätten nicht gefruchtet. Man habe es nicht geschafft, eine "Kontinuität reinzubekommen", was die verordnete Pause jetzt notwendig mache.

    Denn eigentlich stünden nötige Investitionen im Lokal an, etwa die Erneuerung der Bar, der WCs und der Lüftungsanlage. Eine neue Soundanlage hat man sich bereits 2011 zugelegt – das Bach wird besonders für seine Tonqualität bei Live-Konzerten geschätzt.

    Wie es dann weitergeht, ist noch offen. "Ein paar Ideen geistern schon herum, aber fix ist noch nichts", sagt Amberger. Überlegt werde etwa eine Ganztagesnutzung, sodass man nicht mehr von einzelnen Abendveranstaltungen abhängig sei. Eine weitere Überlegung wäre, sich noch breiter aufzustellen und "flexibler auf den Markt zu reagieren".

    Abschiedsfeier im Dezember

    Unter dem Motto "Ein letztes Mal sanfte Eskalation" findet am 22. Dezember eine Abschiedsfeier statt. Aufgeigen wird die Live-Karaoke-Band Karaoke Bash. Deren Anfänge gehen auf ebenjenen Keller im 16. Bezirk zurück. Zwar befinden sind Karaoke Bash aktuell ebenfalls in einer kreativen Schaffenspause, doch für diesen Anlass machen sie "eine Pause von der Pause". Der Abschied wird gemeinsam mit der Stoner-Rock-Gruppe Tokan eingeläutet. Von einer besinnlichen Sause kurz vor Weihnachten kann ausgegangen werden. (Vanessa Gaigg, Andreas Danzer, 6.11.2018)

    • Seit 2011 traten mehr als 1.000 Bands im Keller des Bach auf.
      foto: copilot bookings

      Seit 2011 traten mehr als 1.000 Bands im Keller des Bach auf.

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