Infowars: Sperre von Verschwörungstheoretiker hat nix gebracht

    6. November 2018, 12:07
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    Alex Jones‘ Unternehmen ist immer noch über alternative Seiten auf Facebook tätig

    Gegen Ende des Sommers wurde der bekannte Verschwörungstheoretiker Alex Jones der Plattform "Infowars" von zahlreichen sozialen Medien, darunter Facebook, gesperrt. Doch wie nun eine Recherche der "Washington Post" aufzeigt, hat das offenbar nichts gebracht. Mittlerweile existiert die alternative Facebook-Seite "NewsWars", welche Teil seines Unternehmens ist und ähnliche Inhalte veröffentlicht. Laut Jones selber wird sie nicht von ihm persönlich betrieben.

    Millionen Zuschauer

    Seit August konnte sie 3,9 Millionen Views sammeln. Er bezeichnet sich in Videos als Opfer von großen Tech-Unternehmen und verbreitet weiterhin Verschwörungstheorien – etwa, dass die Briefbomben, die an US-Demokraten gesendet wurden, nicht echt sind. Jones selbst reagierte auf den Artikel mit der Begründung, dass die Massenmedien versuchen würden, unabhängige Medien zu zerstören, sein Streit mit dem Silicon Valley ihm aber zu massiven Nutzerzahlen verholfen haben.

    Jones "bedankt" sich

    "Ich bedanke mich bei den Massenmedien und den Autoritären, da sie dabei geholfen haben, uns auf ein gänzlich neues Level zu bringen", erklärte er gegenüber der "Washington Post". Auf Anfrage erklärte Facebook, dass bereits im August angekündigt wurde, zwar Teile von Jones‘ Inhalten zu entfernen, nicht aber alle.

    Verschwörungstheorien kritisiert

    Jones wurde Ende August von Facebook, Apple, Spotify und später auch Twitter verbannt. Seine bekanntesten Verschwörungstheorien besagen etwa, dass das Pentagon Chemikalien, genannt die "Schwulenbombe" in das US-Wasserversorgungssystem entweichen hat lassen, sodass nun sogar "die verdammten Frösche" schwul sind. Millionen illegale Migranten hätten an der US-Präsidentschaftswahl 2016 teilgenommen. Besonders für Kritik sorgte die Theorie, dass die Opfer eines Amoklaufs bei einer Volksschule 2012, wo 28 Menschen starben, Kinderschauspieler seien und es sich um eine Initiative handle, um das US-Waffenrecht einzuschränken. (red, 6.11.2018)

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      foto: ap/magana
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