Verurteilter Mafioso nach Geiselnahme in Norditalien festgenommen

    5. November 2018, 17:25
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    Der im 'Ndrangheta-Mammutprozess verurteilte Mann hatte sich in einer Postfiliale verschanzt. Die Geiseln blieben unversehrt

    Rom – Der wegen Mafia-Verbrechen verurteilter Kriminelle, Francesco Amato, der sich am Montag in einer Postfiliale in Pieve Modolena in der norditalienischen Provinz Reggio Emilia verschanzt und fünf Personen als Geiseln genommen hatte, ist festgenommen worden. Dies berichteten italienische Medien. Der 55-Jährige war mit einem Messer bewaffnet.

    Sechs Kunden und eine Postmitarbeiterin ließ er frei, in seiner Gewalt hatte er vier weitere Mitarbeiter, darunter die Direktorin der Filiale. Nach stundenlangen Vermittlungen schaffte es die Polizei, Amato zu überreden, zwei der vier Geiseln freizulassen. Danach stürmten Polizisten die Postfiliale und nahmen Amato fest. Die zwei letzten Geiseln waren unversehrt.

    Fast acht Stunden lang beharrte der Kriminelle in der Filiale. Der Mann forderte ein Treffen mit Innenminister Matteo Salvini. Amato war vergangene Woche im Rahmen eines Mammut-Prozesses gegen die mafiöse Organisation 'Ndrangheta zu 19 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden.

    Kriminell, aber kein Mafioso

    Laut Amato war seine Verurteilung ungerecht. Er sei zwar ein Krimineller, aber kein Mafioso, behauptete er und drängte auf ein Treffen mit Salvini. Um die Postfiliale wurden unterdessen schärfste Sicherheitsvorkehrungen ergriffen. Die Polizei verhandelte zu Mittag mit dem Geiselnehmer.

    Mit 129 Verurteilungen, 19 Freisprüchen und vier weiteren Freisprüchen wegen Verjährung war am vergangenen Mittwoch einer der größten Mafiaprozesse in Norditaliens Geschichte zu Ende gegangen, bei dem auch Amato angeklagt war. 147 Personen standen dabei seit 2015 in vor Gericht. Geschäftsleute und Bandenchefs waren bei dem "Aemilia" genannten Prozess beschuldigt worden, der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta geholfen zu haben, sich im reichen Norden Italiens festzusetzen.

    Die 'Ndrangheta gilt als eine der gefährlichsten, reichsten und mächtigsten Mafiavereinigungen Italiens. Sie soll einen Großteil des weltweiten Kokainhandels kontrollieren. In den vergangenen drei Jahrzehnten breitete sie sich immer weiter in den Norden Italiens aus, wo sie unter anderem regulär angemeldete Unternehmen zur Geldwäsche nutzt. (APA, 5.11.2018)

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