Stuttgarter "Tatort: Der Mann, der lügt": Top oder Flop?

    Ansichtssache4. November 2018, 19:24
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    Manuel Rubey spielt den verdächtigen Industriemanager Jakob Gregorowicz

    Es ist erst einmal nur eine kurze Befragung, als Thorsten Lannert und Sebastian Bootz die Ermittlungen im Mordfall Uwe Berger aufnehmen: Warum stand sein Name im Terminkalender des Ermordeten, wird Jakob Gregorowicz gefragt. Ein Irrtum, antwortet Jakob und glaubt die Sache damit erledigt. Doch schon bald können die Kommissare ihm nachweisen, dass seine Aussage unvollständig war. Sie reden auch mit seiner Frau Katharina, bohren nach.

    Jakob will plausible Erklärungen liefern, trotzdem tauchen neue Unstimmigkeiten auf. Bald stellt auch Katharina Fragen. Jakob gerät in Bedrängnis, weil so manches zum Vorschein kommt, das er lieber im Verborgenen belassen hätte. Statt von sich abzulenken, wird er in den Augen der Kommissare zu einem der Hauptverdächtigen.

    orf/ard/alexander kluge

    "Zum Zehn-Jahr-Jubiläum schenkt sich der Stuttgarter Tatort die innovativ erzählte Geschichte eines Mannes, der im vermeintlichen Familienidyll Geheimnisse hegt und in herausragender Ungeschicktheit zu deren Lüftung so wie zu einer immer steigenden Spannung beiträgt. Ein Genuss, ungelogen", schreibt Sebastian Fellner im STANDARD-TV-Tagebuch.

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    orf/ard/alexander kluge

    "Dieser "Tatort" stellt raffiniert die Perspektive des klassischen Ermittlerkrimis auf den Kopf", findet Christian Buß von "Spiegel Online". Denn in "Der Mann, der lügt" stünden nicht die Komissare im Vordergrund, sondern der Verdächtige, der "versucht, die Fakten, die die Kommissare bereits zusammengetragen haben, in seinem Sinn zu entkräften." Dabei werde souverän die "deutsche Fernsehkrimi-Gemütlichkeit aus den Fugen gehoben". Er vergibt acht von zehn Punkten.

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    foto: orf/ard/alexander kluge

    Der "Stern" schreibt, dass sich das Einschalten definitiv lohnt. "Dieser ungewohnte Perspektiv-Wechsel ist nicht nur eine gute Theorie auf dem Blatt Papier, sondern wurde von den Machern auch elegant, spannend und vor allem realistisch umgesetzt. Der Zuschauer wird sowohl über die eigentliche Tat als auch über das Wissen und den Ermittlungsstand der Kommissare im Unklaren gelassen. Ein absolut gelungenes Experiment, das Spannung von der ersten bis zur letzten Minute garantiert."

    Wie hat Ihnen die Folge "Der Mann, der lügt" gefallen? Top oder Flop? (red, 4.11.2018)

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