Oberösterreichische Stiwa Group auf Expansionskurs

    4. November 2018, 18:54
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    Die Geschäftsführung obliegt den Brüdern Peter und Raphael Sticht

    Linz – Als Umsteigebahnhof zwischen Linz und Salzburg ist Attnang-Puchheim den meisten bekannt. Deutlich weniger im Rampenlicht steht die 9000-Einwohner-Stadt im Bezirk Vöcklabruck als Sitz international agierender Großunternehmen. Und doch scheint der Boden in Attnang ein guter zu sein, um als Familienunternehmen durchzustarten.

    Im September 1972 wagt sich Elektromechaniker Walter Sticht gemeinsam mit seiner Frau Herta in einem kleinen Haus in Attnang in die Selbstständigkeit. Die Stiwa Fertigungstechnik Sticht GmbH spezialisiert sich auf die Gestaltung von einfachen Handarbeitsplätzen zur Kleinteilemontage. Von Automatisierung ist man zu dieser Zeit noch weit weg, der Grundstein zu einem führenden Unternehmen ist dennoch gelegt.

    1.810 Mitarbeiter

    46 Jahre später beschäftigt der auf Montageautomation spezialisierte Maschinenbauer 1810 Mitarbeiter. Hauptstandort ist Attnang-Puchheim, dazu kommen Werke im nahen Gampern, in Nordrhein-Westfalen und in Nantong in China. In Charlotte in North Carolina wird die 2016 eröffnete Service- und Support-Niederlassung derzeit zu einem vollwertigen Standort ausgebaut.

    Der Umsatz stieg zuletzt um 23 Prozent auf 255 Millionen Euro, die Exportquote beträgt über 70 Prozent. Zu den Kunden gehören Volkswagen, Bosch, Thyssenkrupp, Blum, Greiner Bio-One.

    Gleich geblieben ist über die Jahre nur eines: Geführt wird mit Familienhand. Die Geschäftsführung obliegt den Brüdern Peter und Raphael Sticht. Der heimische Boden sei ein guter, um als Unternehmen in die Welt hinauszugehen. "Wir leben von unseren Mitarbeitern. Und das Ausbildungsniveau in Österreich ist ein sehr gutes. Wenn sie mich jetzt fragen, was bei uns wichtiger ist – Patente oder Mitarbeiter -, dann kann ich klar sagen: unsere Mitarbeiter", sagt Peter Sticht zum STANDARD. Als Zulieferer müsse man eben "extrem gut" aufgestellt sein, um am Ende des Tages erfolgreich zu sein: "Zulieferung ist sehr kapitalintensiv. Wenn sie heute ein Projekt anfangen, vergehen im Schnitt fünf Jahre, bevor sie erstmals Geld zurückbekommen".

    Mit Industrie 4.0 hat Sticht erwartungsgemäß kein Problem: "Die Automatisierung sichert uns in der Hochlohnregion Österreich und in Mitteleuropa das Überleben." Ob das Klima in einem Familienunternehmen tatsächlich speziell ist? "Es ist halt alles auf einer sehr menschlichen Basis. Es gibt keinen, mit dem ich nicht per du bin. Ungewohnt ist vielmehr, wenn mich Lehrlinge mit 'Herr Sticht' anreden." (Markus Rohrhofer, 5.11.2018)

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