Salzburger Traumtor bei spätem Sieg gegen Mattersburg

4. November 2018, 16:27
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Nach dem Onguene-Fallrückzieher entspinnt sich ein Krimi in der Schlussphase. Bullen" überstanden auch das 23. Saison-Pflichtspiel unbesiegt

Salzburg – Red Bull Salzburg hat die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga weiter ausgebaut. Der Titelverteidiger setzte sich am Sonntag zu Hause gegen den SV Mattersburg in einem am Ende hochspannenden Duell mit 2:1 (0:0) durch. Für den 11. Sieg im 13. Spiel sorgte Hannes Wolf erst in der 92. Minute. Die Salzburger liegen nun mit 35 Punkten bereits zwölf Zähler vor Verfolger LASK.

Gelungene Generalprobe

Jerome Onguene brachte die drückend überlegenen Hausherren mit einem sehenswerten Volleytreffer in der 69. Minute in Führung. Nach dem späten Ausgleich durch Marko Kvasina (87.) bewahrte der zuvor mehrmals im Abschluss glücklose Wolf sein Team noch vor einem Punkteverlust und dem dritten Remis in der Liga in Folge nach jenen gegen Wacker Innsbruck und den LASK.

Der Mannschaft von Trainer Marco Rose glückte also gerade noch die Europa-League-Generalprobe. Am Donnerstag in Trondheim haben die Salzburger im Duell mit Rosenborg die Chance, schon nach dem vierten Gruppenspiel den Aufstieg ins Sechzehntelfinale zu fixieren. Davor gab es im 23. Pflichtspiel den 19. Sieg und damit in der laufenden Saison weiterhin keine Niederlage.

Kuster spielte RBS-Spielverderber

In einer sehr intensiven, schnellen Partie hatten die Gastgeber vor 8.652 Zuschauern erwartungsgemäß deutlich mehr vom Spiel. Die "Bullen" zeigten auch immer wieder tolle Kombinationen, einziges Manko war aber die Qualität des Abschlusses. Schon in der 8. Minute fand Wolf die erste Topchance vor, setzte den Ball nach Lainer-Stanglpass aber knapp neben das Tor.

Sonst rückte Mattersburgs Tormann Markus Kuster in den Vordergrund. Der 24-Jährige hielt einen Ulmer-Schuss (20.), fischte einen Ramalho-Weitschuss aus dem Kreuzeck (24.) und war bei einem Abschluss von Munas Dabbur mit einer Fußabwehr zur Stelle (28.). Eine Minute später konnte Thorsten Mahrer in höchster Not in den Corner klären.

Onguene mit der erlösenden Führung

Bei weiteren Chancen von Xaver Schlager, dessen Direktabnahme vom Fünfer nach Dabbur-Schlenzer zu schwach ausfiel (31.), und Takumi Minamino bewahrte neuerlich Kuster sein Team vor einem Rückstand. Die Burgenländer kamen nur einmal aus einem Konter gefährlich vor das Tor, ein Linksschuss aus 20 Metern des erstmals in der Mattersburg-Startformation aufscheinenden Phillip Prosenik ging daneben (34.).

Spieltechnisch änderte sich nach Wiederbeginn wenig, Salzburg drückte weiter auf die Führung. Dabbur verfehlte knapp das Gehäuse (53.) und hatte Pech, dass ein Treffer von ihm wohl zu Unrecht wegen Abseits von Schiedsrichter Rene Eisner aberkannt wurde (65.). Auch davon ließen sich die Hausherren nicht beirren und wurden kurz darauf für ihre Offensivbemühungen endlich belohnt. Onguene sorgte mit einem Volley-Seitfallzieher nach Haidara-Eckball für das Highlight des Spiels. Lainer verabsäumte es per Kopf nachzulegen (79.).

Mattersburger Kurz-Comeback

Dadurch blieben die Gäste im Spiel. Sie versuchten noch einmal alles und kamen dank Salzburger Nachlässigkeiten auch zum Ausgleich durch eine Aktion zweier Wechselspieler. Kvasina konnte nach Höller-Flanke unbedrängt einköpfeln. Der für den wegen eines Nasenbeinbruchs fehlenden Cican Stankovic aufgebotene Alexander Walke war zwar noch dran, konnte den Ball aber nicht mehr entscheidend abwehren. Salzburg konnte aber noch zurückschlagen. Kuster wehrte eine Ulmer-Hereingabe zwar ab, war gegen den Nachschuss von Wolf aus elf Metern aber machtlos.

Wie auch schon beim 1:0-Zittersieg bei Zweitligist Austria Lustenau am Mittwoch im Cup-Achtelfinale hatten die Salzburger also mehr Mühe als erwartet. Der neunte Sieg in den jüngsten neun Heimspielen gegen Mattersburg wurde trotzdem fixiert. Zu Hause ist Salzburg jetzt schon 52 Pflichtspiele ungeschlagen.

Technische Daten:

Bundesliga. 13. Runde
Red Bull Salzburg – SV Mattersburg 2:1 (0:0).
Wals-Siezenheim, Red Bull Arena, 8.652, SR Eisner.

Tore: 1:0 (69.) Onguene

1:1 (87.) Kvasina

2:1 (92.) Wolf

Salzburg: Walke – Lainer, Ramalho, Onguene, Ulmer – Haidara, Samassekou, X. Schlager (69. Szoboszlai) – Wolf, Dabbur (83. Gulbrandsen), Minamino (69. Prevljak)

Mattersburg: Kuster – Hart, Erhardt, Mahrer, Ortiz, Renner – Varga (63. Höller), Salomon, Jano (78. Kvasina), Gruber – Prosenik (70. Pusic)

Gelbe Karten: Ulmer, Wolf, Gulbrandsen bzw. Jano

Stimmen:

Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Es war ein hart erkämpfter, aber verdienter Sieg. Aufgrund des Zustandekommens sind wir natürlich ein Stück weit erleichtert. Das ist nicht das erste Mal gegen Mattersburg. Ich habe gehört, dass einige Mattersburger, die Nachspielzeit abschaffen wollen. Es war eine gute Leistung meiner Mannschaft, heute ist es auch wichtig, dass wir über das Positive sprechen. Meine Mannschaft hat sehr viel Druck gemacht, hat mit hoher Intensität agiert, trotz der zuletzt vielen Spiele. Allerdings gab es auch wieder diese Nachlässigkeit. Beim 1:1 habe ich mir ganz einfach gedacht 'Scheiße'. Aber meine Spieler sind auch nur Menschen, die mitunter Fehler machen. Wie meine Mannschaft dann aber wieder darauf reagiert hat, war unglaublich."

Klaus Schmidt (Mattersburg-Trainer): "Normal bin ich nicht schmähstad und auf den Mund gefallen, aber heute fehlen mir die Worte. Wir haben gewusst, dass es schwierig wird, hier zu bestehen, wussten aber auch von Chancen und Möglichkeiten, die wir vorfinden werden, zumal Red Bull zuletzt sehr viel spielen musste, auch am Mittwoch. Deshalb wollten wir etwas mitnehmen. Wenn ich die Statistik sehe, 25:5-Torschüsse, muss man von einem Quäntchen Glück sprechen, aber bis zur 90. Minute wäre es so gewesen, dass unser Fahrplan aufgegangen wäre. Da ist die Partie so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Deshalb tut die Niederlage am Ende sehr weh."

Hannes Wolf (Salzburg-Torschütze): "Es war wieder das erwartet schwere Spiel, vor allem weil wir unsere vielen Torchancen nicht konsequent genutzt haben, vor allem in der ersten Halbzeit. Wir haben das Spiel total dominiert und deshalb hochverdient gewonnen. Ein spätes Tor ist umso schöner."

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