Polizisten holten Schwangere für Abschiebung aus Mainzer Klinik

    2. November 2018, 17:51
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    Iranerin kam nach "Widerstandshandlungen" dann aber in Flüchtlingsunterkunft – Flüchtlingsrat sprach von "Tabubruch, der sich nicht wiederholen darf"

    Mainz – Polizisten haben aus einem Krankenhaus in der deutschen Stadt Mainz eine schwangere, abgelehnte Asylbewerberin geholt, um sie nach Kroatien abzuschieben. Zuvor habe eine Ärztin der Uniklinik die Reisefähigkeit bescheinigt, teilte die für die Abschiebung zuständige Kreisverwaltung Mainz-Bingen im Land Rheinland-Pfalz am Freitag mit.

    Wegen der Schwangerschaft und einer Diabetes-Erkrankung wurde die aus dem Iran stammende Frau in einem Rettungswagen zum Flughafen Hannover gebracht. Dort sei es zu "Widerstandshandlungen" gekommen, "weshalb die Abschiebung abgebrochen werden musste".

    Antrag abgelehnt

    Die junge Mutter sollte zusammen mit ihrem ein Jahre alten Sohn entsprechend der Dublin-Regelung nach Kroatien abgeschoben werden. Dort hatte die Familie nach Angaben der Kreisverwaltung bereits einen Asylantrag gestellt, ehe sie im Mai nach Deutschland kam. Ihr hier gestellter Asylantrag wurde Ende Juli abgelehnt.

    Ein erster Abschiebeversuch ist bereits gescheitert, weil sich die Familie dagegen zur Wehr setzte. Der Vater kam daraufhin ins Abschiebegefängnis nach Ingelheim, wo er weiter inhaftiert ist. Die junge Mutter wurde in die benachbarte Flüchtlingsunterkunft nach Ingelheim gebracht.

    Der Flüchtlingsrat von Rheinland-Pfalz äußerte sich "empört, dass es zu einer solchen überfallartigen Szene durch Uniformierte in einem Krankenhaus kam". Eine nächtliche Abschiebung aus einer Klinik sei "ein Tabubruch, der sich nicht wiederholen darf", hieß es in einem von zwölf Organisationen unterzeichneten offenen Brief. (APA, 2.11.2018)

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