Biologische Ernährung könnte Krebsrisiko um 25 Prozent senken

    5. November 2018, 06:00
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    Personen, die häufiger Bio-Lebensmittel essen, haben Forschern zufolge ein niedrigeres Krebsrisiko. Vermutet wird ein Schutz durch geringere Pestizidbelastung

    Bio-Lebensmittel werden nachhaltiger produziert, schonen die Umwelt und führen zu einer geringeren Schadstoffbelastung beim Menschen. Die Vermutung liegt nahe, dass sie auch gesünder als konventionell produzierte Nahrungsmittel sind. Allerdings reicht die bisherige Studienlage noch nicht aus, um diese Vermutung zu bestätigen. Französische Forscher haben nun in einer Studie untersucht, ob der Verzehr von Bio-Lebensmitteln speziell vor Krebs schützen kann.

    An der Studie nahmen 68.946 Personen teil, die sich allesamt freiwillig zur Teilnahme an gemeldet hatten. 78 Prozent waren weiblich, das Durchschnittsalter zu Studienbeginn lag bei 44,2 Jahren.

    Die Personen gaben bei 16 Produkten Angaben dazu, ob sie diese meistens, manchmal oder nie in Bio-Qualität essen. Die Wissenschaftler bestimmten dann einen Punktewert, mit dem sie die Teilnehmer – je nach ihrem Verzehr von Bio-Lebensmitteln – in vier verschiedene Gruppen einteilen konnten. Die Höchstpunktzahl von 32 Punkten hat erreicht, wer alle 16 Produkte meistens in Bio-Qualität isst.

    Siebe Jahre

    Die Teilnehmer wurden in der Folge über sieben Jahre lang (von Mai 2009 bis November 2016) beobachtet. In dieser Zeit erkrankten 1340 der 68.946 Personen an Krebs. Zu den häufigsten Krebserkrankungen zählten Brustkrebs (459 Fälle), Prostatakrebs (180 Fälle), Hautkrebs (135 Fälle), Darmkrebs (99 Fälle), Non-Hodgkin-Lymphome (47 Fälle) und andere Lymphome (15 Fälle). Keiner der Studienteilnehmer war zu Beginn der Untersuchung an Krebs erkrankt.

    Die Ergebnisse zeigten, dass die Personen aus der Gruppe mit dem höchsten Verzehr von Bio-Lebensmitteln im Vergleich zu den Personen aus der Gruppe mit dem geringsten Verzehr dieser Nahrungsmittel ein um 25 Prozent reduziertes Krebsrisiko aufwiesen. Weiterhin sank das Krebsrisiko pro Anstieg um fünf Punkte um acht Prozent.

    Weniger Pestizide?

    Somit liefert die Studie erste vielversprechende Ergebnisse dazu, dass der Verzehr von Bio-Lebensmitteln vor Krebs schützen könnte. Zu beachten gilt allerdings, dass die Studienteilnehmer sich freiwillig gemeldet hatten – denkbar ist, dass die Teilnehmer besonders gesundheitsbewusst waren, was eine Verallgemeinerung der Ergebnisse erschwert.

    Die Forscher merken zu dem an: Auch bei konventionellen Lebensmitteln ist – zumindest in Frankreich und auch hierzulande – die Pestizidbelastung sehr gering, sodass zu klären ist, ob ein Schutz von Bio-Lebensmitteln tatsächlich auf einer noch niedrigeren Pestizidbelastung beruhen kann. (red, 5.11.2018)

    • Die Qual der Wahl: Im Supermarkt können Konsumenten meist wählen, ob sie teurere Bio- oder günstigere konventionelle Lebensmittel kaufen. Die Entscheidung könnte sich auch auf das Krebs-Risiko auswirken.
      foto: istock

      Die Qual der Wahl: Im Supermarkt können Konsumenten meist wählen, ob sie teurere Bio- oder günstigere konventionelle Lebensmittel kaufen. Die Entscheidung könnte sich auch auf das Krebs-Risiko auswirken.

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