Staatsanwalt fordert bis zu 25 Jahre Haft für katalanische Separatisten

    2. November 2018, 14:51
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    Den Inhaftierten wird Rebellion und Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen

    Madrid – Die spanische Staatsanwaltschaft hat für neun Anführer der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung bis zu 25 Jahre Gefängnis gefordert. Den Inhaftierten werde Rebellion und Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen, argumentierte der Staatsanwalt am Freitag. Hintergrund ist der gescheiterte Versuch einer Abspaltung Kataloniens von Spanien im vergangenen Jahr.

    Die Angeklagten befinden sich seit längerem in spanischer Untersuchungshaft. Der Chef der Unabhängigkeitspartei ERC, Oriol Junqueras, soll nach dem Willen des Staatsanwalts für 25 Jahre in Haft. Die übrigen acht sollen bis zu 17 Jahre ins Gefängnis.

    Die ministerielle Staatsanwaltschaft, die Teil des Justizministeriums ist, forderte dagegen nur zwölf Jahre als Höchststrafe. Sie argumentierte, der Vorwurf der Rebellion solle fallengelassen werden und durch den der Abspaltung ersetzt werden. Darauf stehen geringere Strafen. Der ministeriellen Staatsanwaltschaft fällt eher eine politische Rolle zu, während die andere Staatsanwaltschaft die Anklage in dem Verfahren führt.

    Puigdemont im Exil

    Im Oktober 2017 hatte eine Mehrheit von rund 90 Prozent für die Ablösung Kataloniens von Spanien votiert. Der damalige Chef der Regionalregierung, Carles Puigdemont, rief einige Wochen später die Unabhängigkeit Kataloniens aus. Die Madrider Zentralregierung setzte daraufhin die Regionalregierung ab, die spanische Justiz leitete Ermittlungen ein. Puigdemont floh ins Ausland und war zeitweise in Deutschland in Haft. Eine Auslieferung an Spanien lehnte das Gericht aber ab. Inzwischen ist Puigdemont in Belgien. (Reuters, 2.11.2018)

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