Gericht: Chatdienst Telegram muss Geldstrafe in Russland hinnehmen

    2. November 2018, 11:51
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    FSB hatte Informationen zur Entschlüsselung von Nachrichten gefordert

    Der international populäre Chatdienst Telegram muss in Russland eine Geldstrafe akzeptieren, weil er dem Inlandsgeheimdienst FSB das Mitlesen von verschlüsselten Nachrichten verweigert. Ein Moskauer Gericht wies eine entsprechende Beschwerde des Unternehmens zurück, wie russische Medien am Freitag berichteten.

    Der FSB hatte Informationen zur Entschlüsselung von Telegram-Nachrichten gefordert. Telegram hatte diese Forderung zurückgewiesen und war deshalb zu umgerechnet mehr als 10.000 Euro Strafe verurteilt worden.

    Beliebt bei Oppositionellen

    Wegen der Verschlüsselung ist Telegram bei Oppositionellen in vielen Ländern beliebt. Der russische Inlandsgeheimdienst vermutet, dass auch Terroristen die Kommunikation nutzen. Die Geldstrafe war im vergangenen Jahre verhängt worden. Weil sich Telegram-Gründer Pawel Durow weigerte, den Verschlüsselungs-Code zur Verfügung zu stellen, hatte ein Moskauer Gericht im April sogar die Schließung verfügt.

    Der Chatdienst wechselte daraufhin auf Server im Ausland. Um das zu unterbinden, ließ die Aufsichtsbehörde Roskomnadsor etwa 16 Millionen IP-Adressen blockieren. Dagegen gab es Protest. Telegram kann nach wie vor in Russland genutzt werden.

    • Telegram muss in Russland Strafe zahlen, weil der Dienst sich nicht entschlüsseln lassen wollte.
      foto: apa/afp/yuri kadobnov

      Telegram muss in Russland Strafe zahlen, weil der Dienst sich nicht entschlüsseln lassen wollte.

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