Medienmanagerin Zielina nimmt Führungskräfte in die Pflicht

    2. November 2018, 11:37
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    Medienbericht: Befehlende Vorgesetzte behindern Kulturwandel in Verlagen, Redaktionen und Sendern

    Vorgesetzte, die ihren Mitarbeitern Befehle erteilen, blockieren Flexibilität und neue Ideen in Unternehmen, schreibt die Medienmanagerin Anita Zielina im "Medium Magazin". Mit dem Beitrag setzt sie sich für eine neue Kultur in den Führungsetagen von Medienhäusern ein, um Innovationen in Gang zu bringen. "Viele traditionelle Medien, ebenso wie andere alteingesessene Unternehmen, besetzen ihre erste Reihe gern mit 'befehlenden' Führungskräften", schreibt Zielina. Die übliche Interaktion zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter sei die Weisung. Flexibilität, neue Ideen und Experimente würden dadurch verhindert.

    Zielina war Chefredakteurin der digitalen NZZ-Produkte, ab Jänner 2016 Chief Product Officer beim Schweizer Konzern. Davor war sie zuletzt stellvertretende Chefredakteurin des "Stern" und stellvertretende Chefredakteurin des STANDARD. 2012 absolvierte sie ein Knight Fellowship an der Universität Stanford. Derzeit forscht sie am Reuters Institute der Universität Oxford zu Transformationsprozessen.

    Cholerische Chefredakteure, altgediente Experten

    Ungeeignete Führungskräfte stünden dem Kulturwandel in Verlagen, Redaktionen und Sendern im Weg, schreibt Zielina: "Da gibt es cholerische Chefredakteure, Ressortleiter, die sich vor ihren Mitarbeitern in Einzelbüros verstecken, Verlagsleiter, die sich weigern, Mitarbeitergespräche zu führen, oder altgediente Experten, die in Konferenzen gern mit sexistischen Witzen auffallen."

    Sie hält aber einen neuen Stil für nötig: "Innovation ermöglichen bedeutet auch Kontrollverlust zulassen. Dabei war einst Kontrolle ausüben das Identifikationsmerkmal Nummer eins vom 'Chefsein'." Falls die Beharrungskräfte zu groß sind und sich nichts verändern lässt, rät Zielina zu Jobwechsel: "Suchen Sie sich eine andere Medienorganisation, die Ihren Innovationswillen schätzt. Es gibt zum Glück genug davon." (red, 2.11.2018)

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