Wirtschaftsboom in Osteuropa beflügelt Erste Group

    2. November 2018, 09:59
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    Österreichs größte Bank liegt beim Nettogewinn über den Erwartungen der Analysten

    Wien – Die brummende Konjunktur in Osteuropa hat der Erste Group im dritten Quartal zu einem Gewinnsprung verholfen. "Wir sind mit dem Ergebnis des dritten Quartals sehr zufrieden. Vor allem, weil das starke Betriebsergebnis und der Nettogewinn auf verschiedenen positiven Entwicklungen beruhen", sagte Bankchef Andreas Treichl am Freitag.

    Einhergehend mit dem kräftigen Wirtschaftswachstum in den Kernmärkten in Osteuropa habe sich einerseits die Nachfrage nach Krediten erhöht und andererseits die Kreditqualität verbessert. Der Anteil der faulen Kredite in der Region sei weiter gesunken und die Risikokosten anhaltend niedrig, erklärte die Bank, die zu den größten Kreditgebern in Osteuropa gehört. Nach Angaben der Bank ist das eine Entwicklung, "die nicht ewig erhalten bleiben wird".

    "Umso wichtiger ist daher die Trendwende im Betriebsergebnis", sagte Treichl, der seit mehr als 20 Jahren an der Spitze der Erste Group steht. Der 66-Jährige scheidet Ende 2019 aus seinem Amt und übergibt an Bernhard Spalt, bisher Risikovorstand der Österreich-Tochter.

    Ein Viertel mehr Gewinn

    Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg im Sommerquartal von 634,1 auf auf 696,3 Millionen Euro. Unter dem Strich legte der Gewinn um ein Viertel von 363,0 auf 454,0 Millionen zu. Österreichs größte Bank liegt damit operativ leicht unter den Erwartungen, beim Nettogewinn aber über den Prognosen von Analysten. Das operative Gewinnplus erklärte das Institut mit Zuwächsen im Kerngeschäft. Der Zinsüberschuss stieg – gestützt vor allem auf Tschechien und Rumänien – von 1,09 auf 1,16 Milliarden. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich von 451,0 auf 471,4 Millionen Euro. Der Anteil der sogenannten faulen Kredite (NPL-Quote) sank von 4,3 auf auf 3,5 Prozent.

    Für das Gesamtjahr traut sich die Erste Group nun mehr zu. Die Eigenkapitalverzinsung (ROTE) werde nun bei über zwölf statt zehn Prozent erwartet. Zum dritten Quartal lag sie bereits bei 14,4 Prozent. Als Risikofaktoren für die Prognose nannte die Bank unter anderem eine anders als erwartete Zinsentwicklung sowie gegen Banken gerichtete politische oder regulatorische Maßnahmen. (Reuters, 2.11.2018)

    • Dank gesunkener Risikokosten und einer höheren Kreditnachfrage in Osteuropa hat die Erste Group mehr verdient.
      foto: reuters/heinz-peter bader

      Dank gesunkener Risikokosten und einer höheren Kreditnachfrage in Osteuropa hat die Erste Group mehr verdient.

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