Kaffeeikone Bialetti steckt tief in der Krise

    1. November 2018, 16:08
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    Das traditionsreiche Unternehmen beantragt Gläubigerschutz und verhandelt über einen Millionenkredit

    Brescia – Der legendäre italienische Espressokocher-Hersteller Bialetti steckt in der Krise und hat Gläubigerschutz beantragt. Ein Gericht in Brescia setzte für den 14. November eine Anhörung an. Bialetti bemüht sich unterdessen um ein Darlehen von 17 Millionen Euro von dem US-Hedgefonds Och-Ziff.

    Der achteckige Espressokocher Moka wurde 1933 von Alfonso Bialetti entwickelt. Er revolutionierte die Kaffeegewohnheiten Italiens und weltweit.

    In den ersten sechs Monaten des Jahres brach der Umsatz um 12,1 Prozent ein, der Nettoverlust betrug 15,3 Millionen Euro. Seit Juli musste Bialetti 19 Läden schließen, davon 15 im Stammland Italien. Das Traditionsunternehmen ist hochverschuldet, Ende September waren es 68,9 Millionen Euro. Beim italienischen Fiskus ist die Firma mit mehreren Millionen Euro an Steuerzahlungen in Verzug.

    Die "angespannte finanzielle Lage" und ein verändertes Konsumverhalten auf dem heimischen und dem ausländischen Markt hätten zu enormen Produktions- und Lieferschwierigkeiten geführt, erklärte Bialetti. Das Unternehmen produziert nicht nur Espressokocher, sondern verkauft auch elektrische Kaffeemaschinen, Tassen und Kaffee sowie kleinere Küchengeräte.

    Um einen Ausweg aus der Krise zu finden, will sich Bialetti künftig auf die wachsenden Bereiche konzentrieren – etwa Kaffeekapseln und Kaffee, wo die Verkäufe im ersten Halbjahr um 13,1 Prozent zulegten. Auch der Umsatz mit dem klassischen Modell Moka Express läuft weiterhin gut. (APA, 1.11.2018)

    • Der achteckige Espressokocher Moka wurde 1933 von Alfonso Bialetti entwickelt.
      foto: afp/vincenzo pinto

      Der achteckige Espressokocher Moka wurde 1933 von Alfonso Bialetti entwickelt.

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