Pro & Kontra: Mit der Katze an der Leine spazieren gehen

    Kolumne mit Video12. November 2018, 17:36
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    Recht auf Catwalk oder schmachvolles Katzenleben

    foto: getty images/istockphoto/ sdominick

    Pro
    von Fabian Schmid

    Es ist ja wirklich unfair: Nur weil Wohnungskatzen so zivilisiert sind, eine Toilette zu benutzen, haben sie gegenüber Hunden einen riesigen Nachteil. Man könnte sogar vermuten, das rein öffentliche Erledigen ihrer Geschäfte ist ein schamloser Trick der Köter, um ab und zu rauszukommen.

    Doch genug mit der Katzendiskriminierung: Feline Mitbewohner, die nur drinnen ausharren müssen, haben auch ein Recht auf ihren Catwalk. Und weil sich Katzen im Unterschied zum angeblich "besten Freund des Menschen" genug Individualität bewahrt haben, um jegliche Befehle zu ignorieren, ist nun einmal eine Leine Pflicht. Denn sieht die Katze ein Vogerl, ist sie weg. Kommt ein lautes Motorrad, verkriecht sie sich unter dem nächsten geparkten Auto.

    Der Katzenspaziergang macht nicht nur den felligen Vierbeiner glücklich, sondern auch dessen Besitzer, ist sein Tier doch nach dem Ausflug so erledigt, dass es tagelang "Ruhe" gibt. Dann kann auch der Besitzer ein Nickerchen einlegen. Kleiner Spoiler: Das ist nach der Action rund um das Anlegen der Leine auch bitter nötig.

    Kontra
    von Guido Gluschitsch

    In einer Sommernacht kam Herbert nur mehr auf drei Haxln durch die Katzenklatsche – ja, die heißt so, weil sie nachschwingt -, das vierte zog er nach. Zwei Operationen und acht Wochen in einer Art Hamsterkäfig später durfte der arme Kerl wieder die ersten Schritte machen. Weil es Komplikationen gab, war das Haxl nun schief und krumm, der Herbert indes eher die Quadratur einer Katze. Jetzt war die Idee, mit einer Katzenleine einen Teil der Last zu tragen, wenn die Flauschkugel wieder in den Garten darf.

    Die Leine ließ er sich anstandslos umschnallen. Dann legte sich Herbert auf den Rücken und sprach durch seine Augen mit mir. Er sagte: "Eher verrecke ich elendiglich an Verstopfung, als dass ich mit der Schmach lebe, an der Leine zu kacken." Und wir schlossen wortlos einen Vertrag.

    Ich ließ ihn alleine durch die Tür. Keine zwei Minuten später fielen die Zecken bewusstlos von den Bäumen, drei Minuten später humpelte er wieder rein. Das Gegengeschäft? Seit damals darf auch ich wieder allein aufs Häusl, wie damals, in dem früheren, sinnlosen Leben ohne Katzen. (RONDO, 12.11.2018)

    der standard
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