Fedora 29 macht die Linux-Distribution modular

    31. Oktober 2018, 11:06
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    Verbesserungen am Startprozess und bei der Performance – Neue Version des GNOME Desktops

    Kurz nach der Ankündigung der Übernahme des Unternehmens durch IBM hat Softwarehersteller Red Hat nun eine deutlich weniger kontroverse Neuerung zu verkünden: Mit Fedora 29 gibt es eine neue Generation der vornehmlich von Red Hat vorangetriebenen Distribution.

    Modularer Ansatz

    In den knapp sechs Monaten seit der Freigabe von Fedora 28 sind dabei wieder eine ganze Reihe von Neuerungen zusammengekommen. Die wohl wichtigste davon ist struktureller Natur: Mit Fedora 29 sind nun sämtliche Varianten von Fedora modular aufgebaut. Das bedeutet, dass mehrere Versionen derselben Software parallel zur Verfügung stehen. Damit können sich Administratoren überlegen, ob sie lieber altgewohnte Ausgaben einer Software einsetzen oder doch lieber eine neue Version testen wollen.

    Interessant ist diese Feature vor allem für den Server-Bereich, wo es auch bereits seit Fedora 28 angeboten wurde. Nun lässt sich das Ganze aber auch bei der Atomic-Host-Variante für die Cloud und den Workstation-Images für den Desktop einsetzen.

    Boot

    Für den Desktop relevanter ist eine andere Neuerung: Dank mehrerer Änderungen am Bootloader sowie am Linux Kernel soll der Bootprozess auf vielen Rechnern nun – fast – "flickerfrei" verlaufen. Konkret bedeutet dies, dass bis zum Login nicht unnötig die Auflösung geändert wird. Ein Punkt, über den man das erreicht, ist, dass das Menü des Bootloaders von Haus aus nicht mehr angezeigt wird. Dies gilt allerdings nur für Single-Boot-Systeme, wer parallel noch andere Betriebssysteme installiert hat, sieht hier also weiter einen Auswahlbildschirm. Zudem kann die Anzeige des Menüs über das Halten der Shift-Taste beim Start erzwungen werden.

    Fedora 29 bringt aber natürlich auch die üblichen Aktualisierungen bei der Softwareausstattung, was unter anderem heißt, dass nun der Linux Kernel 4.19 zum Einsatz kommt. Die Rolle des Default-Desktops übernimmt das aktuelle GNOME 3.30. Dieses zeichnet sich vor allem durch merkliche Performance-Verbesserungen aus. Alternativ dazu können aber auch andere Desktops wie etwa Xfce genutzt werden, das es hier ebenfalls in einer neuen Version (4.13) gibt.

    Updates

    Weitere Aktualisierungen an der Softwareausstattung sind Binutils 2.13, glibc 2.28 und Python 3.7, zudem wird nun zur Transportverschlüsselung TLS 1.3 unterstützt. Eine Neuerung gibt es auch beim Umgang mit Updates: Alle mit dem neuen, distributionsübergreifenden Paketformat Flatpak installierten Programme werden nun automatisch aktualisiert. Zudem zeigt die Softwarezentrale nun neue Updates umgehend an. Bisher wartete man bis diese komplett heruntergeladen waren, was zu einer für viele verwirrenden Inkonsistenz mit der Kommandozeile geführt hat.

    Fedora 29 kann kostenlos von der Seite des Projekts heruntergeladen werden. (Andreas Proschofsky, 31.10.2018)

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      screenshot: andreas proschofsky / standard
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