"Homophob und stolz darauf": Brasiliens neuer Präsident Bolsonaro in Zitaten

    1. November 2018, 10:00
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    Eine Auswahl der rassistischen, sexistischen und homophoben Aussagen von Jair Bolsonaro

    Der rechtsextreme Jair Bolsonaro, der die Präsidentenwahl in Brasilien gewonnen hat, provoziert immer wieder mit rassistischen, homophoben oder frauenverachtenden Aussagen sowie Sympathiebekundungen für die Militärdiktatur. Eine Übersicht über seine bisher umstrittensten Zitaten:

    "Ich bin für Folter. Und das Volk ist auch dafür." – 1999 in einem Fernsehinterview
    "Der Fehler der Diktatur war, nur zu foltern und nicht zu töten." – Im Juni 2016 gegenüber dem Radiosender Jovem Pan
    "Es wird eine in Brasilien niemals gesehene Säuberung geben." – Im Oktober 2018 in einer Ansprache vor Anhängern
    "Der Abschaum der Welt taucht in Brasilien auf, als hätten wir nicht schon genug Probleme." – 2015 über Migration
    foto: reuters/pilar olivares
    Jair Bolsonaro konnte die Präsidentschaftsstichwahl mit 55 zu 45 Prozent für sich entscheiden.
    "Ich würde Männern und Frauen nicht das gleiche Gehalt zahlen. Aber es gibt auch viele kompetente Frauen." – 2016 in einem Fernsehinterview
    "Ich würde dich nie vergewaltigen, weil du es nicht wert bist." – 2003 in der Abgeordnetenkammer zu der Parlamentarierin Maria do Rosário
    "Sie ist es nicht wert, vergewaltigt zu werden, sie ist sehr hässlich." – Wenig später in einem Interview über Maria do Rosário
    "Ich habe fünf Kinder. Vier davon sind Männer. Aber beim fünften hatte ich einen schwachen Moment, und es kam eine Frau heraus." – Im April 2017 über seine Familie
    "Ich könnte einen homosexuellen Sohn nicht lieben. Ich werde da nicht scheinheilig sein. Ich würde es vorziehen, dass mein Sohn bei einem Unfall ums Leben kommt, als dass er hier mit einem Typen mit Schnurrbart auftaucht." – 2011 im Interview einer Zeitschrift
    "Da besteht kein Risiko, denn meine Söhne wurden gut erzogen." – 2011 in einem Fernsehinterview auf die Frage, wie er reagieren würde, wenn sich einer seiner Söhne in eine schwarze Frau verlieben würde
    "Wenn ich sehe, wie sich zwei Männer auf der Straße küssen, werde ich sie schlagen." – 2002 in einem Interview
    "Ja, ich bin homophob – und sehr stolz darauf." – 2013 in einem Interview
    foto: ap photo/silvia izquierdo
    Jair Bolsonaro mit seinem Sohn Flavio. Es bestehe "kein Risiko", dass seine Söhne sich in eine schwarze Frau verlieben würden, sagte er einst. "Denn meine Söhne wurden gut erzogen."
    "Sie tun nichts. Ich glaube, sie taugen noch nicht einmal zur Fortpflanzung." – 2017 nach dem Besuch in einem Quilombo, einer Siedlung mit mehrheitlich afrobrasilianischer Bevölkerung
    "Heute ist der Kongress nutzlos (...). Lasst uns putschen. Lasst uns direkt zur Diktatur übergehen." – 1999 in einem Fernsehinterview über den brasilianischen Kongress
    "Mit Wahlen wird sich in diesem Land nichts ändern. Sondern nur mit einem Bürgerkrieg, in dem wir den Job machen, den die Militärdiktatur nicht erledigt hat: 30.000 Menschen töten. Wenn ein paar Unschuldige sterben, ist das okay. In jedem Krieg sterben Unschuldige." – 1999 in demselben Fernsehinterview
    "Wir hätten 30.000 Korrupte erschießen sollen, angefangen mit Fernando Henrique Cardoso." – 1999 in einem Interview über den damaligen Präsidenten
    "Wenn diese Leute hierbleiben wollen, müssen sie sich unserem Recht unterwerfen. Oder sie verlassen das Land oder gehen ins Gefängnis. Diese roten Typen werden aus unserem Vaterland verbannt." – Im Oktober 2018 über Anhänger der Linken
    foto: reuters/pilar olivares
    Unterstützer Bolsonaros vor der Wahl in Rio de Janeiro.
    "Lula – du wirst in deiner Zelle verrotten." – Im Oktober 2018 über den inhaftierten Expräsidenten Luiz Inácio Lula da Silva
    "Im Andenken an den Coronel Carlos Alberto Brilhante Ustra, den Schrecken von Dilma Rousseff, (...) stimme ich mit Ja." – Bolsonaro gab 2016 seine Stimme für ein Amtsenthebungsverfahren gegen die damalige Präsidentin Dilma Rousseff im Andenken an einen der übelsten Folterknechte der Militärdiktatur ab. Rousseff wurde in den 1970ern eingesperrt und gefoltert.
    "Gott über alles. Ich will keinen laizistischen Staat. Der Staat ist christlich, und die Minderheit, die dagegen ist, soll gehen. Die Minderheiten sollten sich der Mehrheit unterordnen." – 2017 auf einer Konferenz

    (red, 31.10.2018)

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