Parker Solar Probe: Kein künstliches Objekt flog schneller und kam der Sonne näher

    Video30. Oktober 2018, 18:31
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    Nasa-Sonde näherte sich der Sonne bis auf weniger als 42,7 Millionen Kilometer und erreichte dabei 247.000 Kilometer pro Stunde.

    Washington – Eine Sonde der US-Raumfahrtbehörde Nasa hat einen 42 Jahre alten Rekord gebrochen: Die im August gestartete Parker Solar Probe ist so nahe an die Sonne herangekommen wie kein anderes von Menschen gebautes Objekt zuvor. Die Sonde kam am Montag unserem Zentralgestirn näher als 42,7 Millionen Kilometer – eine Distanz, die im April 1976 nur die deutsch-amerikanische Helios-2-Sonde erreichte.

    illustr.: nasa
    Keine Sonde kam der Sonne bisher näher als die Parker Solar Probe.

    Weitere Rekorde

    Es wird nicht der letzte Abstandsrekord für die Parker Solar Probe bleiben: In den kommenden Jahren soll sie die Sonne in stark elliptischen Bahnen umkreisen, dabei die äußere Schicht der Korona durchqueren und sich der Sonne immer wieder stark nähern, 2024 sogar bis auf rund sechs Millionen Kilometer.

    Geschützt von einem fast zwölf Zentimeter dicken Karbonpanzer wird die rund 700 Kilogramm schwere Parker Solar Probe von der Größe eines Kleinwagens nach Angaben der Nasa dabei mehr Hitze und Strahlung aushalten müssen, als je ein Flugkörper zuvor.

    Schnellstes künstliches Objekt

    Bei ihrer Annäherung stellte die Parker Solar Probe auch gleich noch eine weitere Bestleistung ein: Dienstagfrüh MEZ erreichte die Sonde eine Geschwindigkeit von 247.000 Kilometern pro Stunde relativ zur Sonne. Damit ist die Nasa-Sonde nun auch das schnellste jemals von Menschenhand gebaute Objekt. Auch in diesem Fall brach die Parker Solar Probe den 1976 aufgestellten Rekord von Helios 2.

    nasa goddard
    Video: Kurzüberblick über die Mission.

    Die Nasa-Forscher versprechen sich von der bis 2025 angesetzten Mission Erkenntnisse darüber, warum die Atmosphäre um ein Vielfaches heißer ist als die Oberfläche der Sonne und somit auch über die Vorgänge auf anderen Sternen. Die Daten könnten zudem künftige Wettervorhersagen genauer machen. Das Projekt soll zudem Auskünfte über die schnellen Solarwinde geben, die Satelliten empfindlich stören können. (red, APA, 31.10.2018)

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