Fred Vargas' "Der Zorn der Einsiedlerin": Hirngespinste und Nekrosen

    30. Oktober 2018, 16:08
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    Die Autorin beschränkt sich nicht auf einen simplen Kriminalfall

    Sehr fein gesponnen ist er, der lang erwartete neue Krimi von Fred Vargas. Kommissar Adamsberg registriert zufällig Todesfälle mit seltsamen Parallelen. Es handelt sich um ältere Männer, die alle an einem Biss der Einsiedlerspinne gestorben sind. Bloß dass ein Biss, der üble Nekrosen verursacht, normalerweise nicht tödlich wirkt und das Tier versteckt lebt. Haben die Spinnen sich genetisch verändert?

    Adamsbergs Untergebene sehen keinen Zusammenhang zwischen den Sterbefällen. Es entsteht eine explosive Gruppendynamik, Loyalitäten werden infrage gestellt. Verfolgt Adamsberg ein Hirngespinst? Wer ist hinter alten Männern her? Haben die sich gekannt? Und falls ja, was haben sie getan, dass sie das grässliche Verfaulen bei lebendigem Leib verdienen?

    Wie immer beschränkt sich Vargas nicht auf einen simplen Kriminalfall. Die Komplexität ihrer Texte hat sie zu einem Star gemacht. Man folgt gerne ihren exzentrischen Abwegen, spannenden historischen Exkursen und Reflexionen. Sollte dabei eine Spur Realitätsbezug verloren gehen, wen kümmert's! (Ingeborg Sperl, 30.10.2018)

    • Fred Vargas, "Der Zorn der Einsiedlerin". Deutsch: W. Schwarz.  € 25,80 / 508 Seiten. Limes, 2018
      cover: limes

      Fred Vargas, "Der Zorn der Einsiedlerin". Deutsch: W. Schwarz. € 25,80 / 508 Seiten. Limes, 2018

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