Merkel-Nachfolge: Auch Friedrich Merz will CDU-Vorsitzender werden

    30. Oktober 2018, 19:15
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    Nach Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn gab auch Friedrich Merz seine Kandidatur für den Parteivorsitz bekannt

    Berlin – Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat am Dienstag seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz erklärt. "Ich habe mich nach reiflicher Überlegung und nach zahlreichen Gesprächen entschieden, auf dem Bundesparteitag in Hamburg für den Vorsitz der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands zu kandidieren", teilte Merz mit.

    Die Union brauche einen "Aufbruch und Erneuerung mit erfahrenen und mit jüngeren Führungspersönlichkeiten", erklärte der 62-Jährige. Er sei bereit, dafür Verantwortung zu übernehmen und "gleichzeitig alles zu tun, um den inneren Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit der CDU Deutschlands zu stärken".

    Gute Umfragewerte

    Viele Wähler würden Merz gern als CDU-Chef sehen. In der Forsa-Erhebung für das RTL/n-tv-Trendbarometer halten 46 Prozent der Befragten Kramp-Karrenbauer für sehr geeignet oder geeignet als neue CDU-Chefin. 38 Prozent halten sie für weniger oder gar nicht geeignet. Merz kommt hier auf ähnliche Werte: 45 Prozent halten ihn für sehr geeignet oder geeignet, 35 Prozent sehen das nicht so. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der sich eine Kandidatur noch offenhält, wird von 28 Prozent der Befragten für sehr geeignet oder geeignet gehalten, 42 Prozent sehen das anders. Am schlechtesten schneidet in der Forsa-Erhebung Spahn ab, nur 22 Prozent befürworten ihn als CDU-Chef, 61 Prozent tun das nicht.

    In einer Civey-Umfrage für "Spiegel Online" wünschen sich rund 34 Prozent der Bundesbürger Merz als neuen CDU-Chef. Kramp-Karrenbauer wollen 19 Prozent auf dem Posten sehen. Spahn und Laschet befürworten jeweils sechs Prozent. In dieser Erhebung wurde auch nach weiteren möglichen Kandidaten gefragt, darunter Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, den ebenfalls sechs Prozent favorisieren.

    Das "Handelsblatt" berichtete, in einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Yougov hätten sich 21 Prozent für Merz als CDU-Chef ausgesprochen. Von den 790 Teilnehmern der Befragung seien 18 Prozent für Kramp-Karrenbauer. Ihr folgen mit je sechs Prozent Spahn und CDU-Vize Laschet

    Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Montag angekündigt, nicht mehr für den Parteivorsitz zu kandidieren. Sie will aber bis zum Ende des Legislaturperiode 2021 Regierungschefin bleiben.

    Seit 10 Jahren nicht mehr politisch aktiv

    Der Rechtsanwalt aus Nordrhein-Westfalen gilt als wirtschaftsliberal und wertkonservativ. Er war von 2000 bis 2002 Chef der Unionsfraktion. 2002 verdrängte ihn Merkel aus dieser Position. 2009 zog er sich aus dem Bundestag zurück. Heute ist er für eine internationale Anwaltskanzlei in Düsseldorf tätig und Aufsichtsratsvorsitzender des deutschen Ablegers der US-Fondsgesellschaft Blackrock, dem weltgrößten Vermögensverwalter.

    Zuvor hatten bereits CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer sowie Gesundheitsminister Jens Spahn ihre Kandidatur für den CDU-Vorsitz bekanntgegeben. (Reuters, red, 30.10.2018)

    • Friedrich Merz kandidiert für den CDU-Vorsitz.
      foto: apa/afp/dpa/jens buttner

      Friedrich Merz kandidiert für den CDU-Vorsitz.

    • Angela Merkel hatte Friedrich Merz 2002 vom CDU-Fraktionsvorsitz im Bundestag verdrängt.
      foto: reuters/arnd wiegmann

      Angela Merkel hatte Friedrich Merz 2002 vom CDU-Fraktionsvorsitz im Bundestag verdrängt.

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