Metaller planen über 200 Betriebsversammlungen im November

    30. Oktober 2018, 12:19
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    Die meisten Versammlungen finden Anfang kommender Woche statt – Harsche Kritik der Arbeitgebervertreter: "Was hat der Machtverlust in der Sozialversicherung mit den KV-Verhandlungen zu tun?"

    Wien – Die Arbeitnehmerseite versucht bei den unterbrochenen Metaller-KV-Verhandlungen Druck aufzubauen und hat Betriebsversammlungen einberufen. Diese finden von 1. bis 7. November statt und werden von den Arbeitgebern kritisiert. Die meisten der bisher 200 einberufenen Versammlungen finden von Montag bis Mittwoch statt. Am 8. November sollen die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern weitergehen.

    Bei den Standpunkten spießt es sich heuer ordentlich. Die Arbeitnehmer fordern nicht nur ein Lohn- und Gehaltsplus von fünf Prozent. Sie wollen auch umfangreiche Kompensationen für das neue Arbeitszeitgesetz, weil dieses von den Arbeitgebern bestellt worden sei. Die Arbeitgeber lehnen beide Forderungen ab, bieten gut zwei Prozent Inflationsausgleich und einen Teil des Produktivitätszuwachses von 0,7 Prozent.

    Die Arbeitnehmer fordern auch einen Abschluss, der für alle sechs Kollektivverträge der unterschiedlichen Metallergruppen mit 192.000 Beschäftigten (Metalltechnische Industrie, Bergbau-Stahl, Fahrzeugindustrie, Gießereiindustrie, Nichteisen-Metallindustrie, Gas und Wärme) gilt. Die Metalltechnische Industrie betonte zuletzt, nur für ihren Teilbereich zu verhandeln. Bisher gab es allerdings einheitliche Abschlüsse mit nur geringen Abweichungen im Rahmenrecht, etwa bei Freizeitoptionen.

    Kritik der Arbeitgeber

    "Die Gewerkschaften sind heuer nur am großen Theater interessiert und nicht an sachlichen Lösungen", kritisierte der Obmann der Metalltechnischen Industrie, Christian Knill, am Dienstag. Er spricht für die Verhandler der Arbeitgeberseite der Metalltechnischen Industrie.

    Die Frage sei, "was der Machtverlust von Gewerkschaftsfunktionären etwa in der Sozialversicherung mit vernünftigen KV-Verhandlungen für die Metalltechnische Industrie zu tun hat", verdächtigt Knill die Gewerkschaft anderer Motivationen für ihren Protest. "Die Gewerkschaften nehmen unsere Branche, und jetzt auch noch andere Branchen, in Geiselhaft für eine politische Kampagne gegen die Bundesregierung."

    Knill kritisierte, dass die Betriebsversammlungen "offenbar auch in Betrieben stattfinden, die gar nicht in der Metalltechnischen Industrie vertreten sind". Das sei ein Zeichen dafür, dass die Gewerkschaft die Verhandlungen bisher nicht ernsthaft und seriös betrieben habe, "sondern vielmehr schon im Vorfeld eine Eskalation aus rein politischen Gründen geplant war".

    Auch Brauer legen Arbeit nieder

    Ein Gewerkschaftsvertreter sagte, dass derzeit neue Betriebsversammlungen hinzukämen. Auch die Brauer steigen momentan auf die Barrikaden und denken Kampfmaßnahmen an. Der Arbeitgebervertreter garantierte den Mitarbeitern der Branche jedenfalls einmal mehr, dass es "heuer, wie auch in vergangenen Jahren, mit dem KV-Abschluss einen echten Reallohngewinn geben wird". (APA, 30.10.2018)

    • Alle Hämmer stehen still: In der ersten Novemberwoche berufen die Metallergewerkschafter Betriebsversammlungen ein.
      foto: imago / sven simon

      Alle Hämmer stehen still: In der ersten Novemberwoche berufen die Metallergewerkschafter Betriebsversammlungen ein.

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