Warum Hepatitis B so gefährlich ist

    31. Oktober 2018, 06:00
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    Hepatitis-B-Viren sind äußerst resistent gegen Umwelteinflüsse. Bei Raumtemperatur sind sie über Wochen ansteckend, bei vier Grad Celsius überleben sie neun Monate

    Bochum – Hepatitis B wird hauptsächlich durch Blutkontakt übertragen. "Damit sollte sie durch geeignete Hygienemaßnahmen eigentlich beherrschbar sein", sagt der Virologe Eike Steinmann von der Ruhr-Universität Bochum. Immer wieder kommt es jedoch vor, dass sich Menschen im Krankenhaus oder in Alltagssituationen mit dem Hepatitis-B-Virus infizieren.

    Auf der Suche nach den Gründen dafür mussten Forscher bisher auf das Enten-Hepatitis-B-Virus zurückgreifen, einen Verwandten des humanen Virus. "Allerdings erlauben diese Studien nur bedingt zuverlässige Einschätzungen über die Infektiosität des HB-Virus", so Steinmann.

    Er und sein Forscherteam nutzten nun für eine Studie ein kürzlich entwickeltes HBV-Infektionssystem in menschlichen Leberzellen. "Das neue HBV-Infektionssystem erlaubt es Wissenschaftern endlich mit dem humanen Virus sehr detaillierte und bis vor Kurzem unmögliche Studien durchzuführen", sagt Koautor Marc Windisch.

    Mit diesem Modell konnten die Forscher zeigen, dass HBV bei Raumtemperatur nach Wochen kaum an Infektiösität verliert und auch bei vier Grad Celsius über neun Monate sehr stabil ist. "Verschiedene Arten von Alkohol und im Handel erhältliche Händedesinfektionsmittel inaktivieren die Viren", sagt Eike Steinmann. "Ein Verdünnen der Desinfektionsmittel setzte jedoch die inaktivierende Aktivität außer Kraft. Glücklicherweise ist das Verdünnen von Desinfektionsmitteln in der Praxis sehr unüblich."

    Widerstandsfähiger als alle anderen

    Die Forscher verglichen die Wirksamkeit von zwei auf Alkohol basierenden Handdesinfektionslösungen, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO gegen verschiedene Viren, die wie HBV umhüllt sind, empfohlen werden. Zu diesen Vergleichsviren gehörten unter anderen das Ebola- und das Hepatitis-C-Virus. "HBV zeigte gegenüber diesen beiden Mitteln von allen getesteten Viren die höchste Stabilität", so Marc Windisch. Deshalb raten die Forscher dazu, Hygienerichtlinien strikt einzuhalten, um Infektionen mit HBV künftig zu verhindern.

    Hepatitis BWeltweit sind etwa 290 Millionen Menschen mit dem Hepatitis-B-Virus chronisch infiziert. Damit ist Hepatitis B eine der meistverbreiteten Infektionskrankheiten. Das Virus kann sowohl eine akute als auch eine chronische Erkrankung der Leber auslösen. Aufgrund der Folgen von schwerwiegenden Lebererkrankungen kostet das Virus viele Menschen jedes Jahr das Leben. (red, 31.10.2018)

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