Austria will im ÖFB-Cup gegen FAC Torhunger stillen

29. Oktober 2018, 15:38
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Violette im kleinen Wiener Derby Favorit – Hartberg erfolgsverwöhnt ins Bundesligisten-Duell mit Wacker

Wien – Die Austria muss sich auch nach dem vergangenen Wochenende mit Fragen zu ihrer Torflaute herumschlagen. Der Achtelfinal-Auftritt im ÖFB-Cup könnte den Violetten nun gerade recht kommen. Am Dienstagabend (20.20 Uhr, live ORF Sport+) kommt der in der zweiten Liga spielende FAC als klarer Außenseiter in die Generali-Arena. Austria-Trainer Thomas Letsch will die Partie "offensiver angehen".

Der Achtelfinal-Auftakt fällt davor in der Oststeiermark. Der auf der Erfolgswelle schwimmende TSV Hartberg empfängt im Bundesliga-Duell Wacker Innsbruck (18 Uhr, live ORF Sport+). Für die Steirer ist die Ausgangslage gänzlich anders als vor den Heimsiegen gegen Rapid und Sturm, diesmal sind sie Favorit. Im Cup-Viertelfinale stand Hartberg bereits in der Vorsaison.

Im kleinen Wiener Derby erwartet die Austria ein ähnlich eingestellter Gegner wie zuletzt Wacker Innsbruck. Der FAC lief in Liefering mit einer 5-4-1-Formation ein und gewann 3:1. Doppeltorschütze Alex Sobczyk – eine Rapid-Leihgabe – dürfte auch in Favoriten den Solostürmer vor einer dicht gedrängten Abwehr geben. Die Austria ist darauf eingestellt.

Eine Offensivkraft mehr als zuletzt

Zwar wird der Rekordcupsieger (27 Titel) nicht die Brechstange auspacken, laut Letsch aber vielleicht eine Offensivkraft mehr aufbieten. "Wir werden versuchen, das Spiel offensiver anzugehen. Es ist kein Geheimnis, dass uns die fehlenden Tore beschäftigen", sagte Letsch am Montag. Nur elf sind es in zwölf Runden. An den Ambitionen der Austria lässt der Coach keinen Zweifel: "Es kann im Cup nur ein Ziel geben: den Titel zu gewinnen."

Neben den verletzten Stürmern Bright Edomwonyi und Alon Turgeman droht auch Kevin Friesenbichler auszufallen. Er habe aber "absolutes Vertrauen" in alle seine Angreifer, betonte Letsch. Wichtig sei, einmal früh in Führung zu gehen und Risiko im vorderen Bereich zu nehmen. "Für mich ist wichtig, dass der Ball im Tor ist. Ob das ein Stürmer macht, ein Verteidiger, der Gegner – selbst der Schiedsrichter kann ihn reinwerfen. Ist mir egal."

Gegen den FAC spielte die Austria zuletzt in einem Test im Jänner 1:1. "Für uns ist das Match in der Generali-Arena ein echtes Highlight. Wir wollen der Austria alles abverlangen", sagt FAC-Kapitän Mirnes Becirovic. In der zweiten Liga sind die Floridsdorfer auf Platz acht, fünf Siegen stehen fünf Niederlagen gegenüber. Den Aufstieg ins Achtelfinale schaffte die Mannschaft von Oliver Oberhammer mit einem 5:1 gegen Landesligist SAK Klagenfurt.

Hartberg in Form

Hartberg und Wacker schafften heuer im Gleichschritt den Aufstieg in die Bundesliga. Im Cup wird nur ein Team weiterkommen, in der Liga durften zuletzt beide Mannschaften zufrieden sein. Hartberg hat drei Spiele in Folge gewonnen, Wacker den LASK besiegt und Salzburg und der Austria Unentschieden abgerungen. Die Innsbrucker boten dabei eine stabile Defensive auf, spielerisch zeigte Hartberg mehr.

TSV-Trainer Markus Schopp sprach von einer "hungrigen Mannschaft". Rajko Rep, zweifacher Torschütze gegen Sturm, strich hervor: "Wir haben eine gute Stimmung in der Mannschaft, eine gute Truppe, sind immer positiv. Wir müssen einfach weiterarbeiten." Ein Heimsieg über Wacker wäre der nächste Schritt zu einem Herbst nach Maß. Hartberg setzt auch auf Dario Tadic, der Angreifer, in der Vorsaison mit fünf Treffern Torschützenkönig im Pokal, hält als Cup-Spezialist schon wieder bei drei Treffern.

Bei Wacker saß der nach einer Schulterverletzung zurückgekehrte Stammgoalie Christopher Knett gegen die Austria auf der Bank und soll darüber nicht glücklich gewesen sein. Sein Ersatzmann Hidajet Hankic zeigte keine Schwächen. Wie Wacker am Montag mitteilte, wird Knett die Reise nach Hartberg nun nicht mitmachen. Er fehle aufgrund anhaltender muskulärer Probleme, hieß es. Wacker und Hartberg standen einander in der Liga Anfang September gegenüber, am Tivoli gab es 2:1 für die Gastgeber. (APA, 29.10.2018)

  • Austria-Trainer Thomas Letsch: "Für mich ist wichtig, dass der Ball im Tor ist. Ob das ein Stürmer macht, ein Verteidiger, der Gegner – selbst der Schiedsrichter kann ihn reinwerfen. Ist mir egal."
    foto: apa/dietmar stiplovsek

    Austria-Trainer Thomas Letsch: "Für mich ist wichtig, dass der Ball im Tor ist. Ob das ein Stürmer macht, ein Verteidiger, der Gegner – selbst der Schiedsrichter kann ihn reinwerfen. Ist mir egal."

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